Heinrich Krümmelbein und Patrick Pouteau umarmten sich nach 43 langen Jahren

Wiedersehen in Paris

Wiedersehen nach 43 Jahren: Die beiden ehemaligen Schüler Patrick Pouteau (links) und Heinrich Krümmelbein ließen in Paris mit alten Fotos Erinnerungen aufleben. Fotos: wi

Rennertehausen. Es war ein emotionaler Moment, als sich Heinrich Krümmelbein und Patrick Pouteau nach 43 Jahren erstmals wiedersahen und sich umarmten. So schildert Krümmelbein das Wiedersehen, das in Paris stattfand. Erzählt hat er die Geschichte eines Schüleraustausches aus den Jahren 1968 und 1969.

Als Krümmelbein die 9. Klasse an der Realschule Battenberg besuchte hatte sein damaliger Klassen- und Französischlehrer Karl-Willi Dietz die Idee, einen Schüleraustausch mit französischen Schülern zu starten. Da Battenberg noch keine Partnerschaftsstadt hatte, aber zwischen Frankenberg und Brou schon eine Partnerschaft bestand, ging Dietz den Weg über diese Partnerschaftsvereinigung.

Bereits im August 1968 bekam die Klasse mit Heinrich Krümmelbein Besuch von Schülerinnen und Schülern aus Brou, unter ihnen auch Patrick Pouteau, der während des zehntägigen Deutschland--Aufenthalters bei Heinrich Krümmelbein in Rennertehausen wohnte.

In diese Zeit fiel ein militärischer Zwischenfall: In Prag hatten russische Panzer den Wenzelplatz eingenommen. Als die Lage immer bedrohlicher wurde, erwägten die Lehrer den Besuch vorzeitig abzubrechen um zurück nach Frankreich zu fahren. „Das habe ich nicht vergessen“, berichtet Krümmelbein.

Nach Ende der Schulzeit brach der Kontakt zwischen Patrick Pouteau und Heinrich Krümmelbein ab. Der letzte Briefwechsel datiert aus dem Dezember 1970. Ausbildung, Studium und Familiengründung gingen zunächst einmal vor. So rückte die Freundschaft zwischen den beiden Jungen in den Hintergrund.

Kontakt über die Schwester

Jahrzehnte später – als er zum 24-Stunden-Rennen nach Le Mans fuhr, kam Heinrich Krümmelbein der Gedanke, einen Abstecher nach Meziers au Perche, dem Wohnort seines Jugendfreundes, zu machen. Doch Patrick Pouteau hatte seinen Wohnort längst verlassen.

Nachbarn stellten dann den Kontakt zu Pouteaus Schwester hier. Diese Schwester rief ihren Bruder an, der sich gerade auf einer Mittelmeerkreuzfahrt befand. So konnten die beiden zumindest miteinander telefonieren.

Danach riss der frisch geknüpfte Kontakt nicht mehr ab. Per Telefon und E-Mail wurde die Freundschaft neu gefestigt. Es gab viel zu berichten: Heinrich Krümmelbein hatte ein Autohaus gegründet, Patrick Pouteau war Lehrer geworden.

Da Heinrich Krümmelbeins jüngste Tochter als Lehrerin in Paris wohnt und arbeitet, war es schnell möglich, in der französischen Metropole ein Treffen zu vereinbaren. So trafen sich die beiden Männer dort nach 43 Jahren wieder und besuchten gemeinsam Gebäude und Plätze – wie zu ihrer Schulzeit.

Nach einem erlebnisreichen Wochenende lud Heinrich Krümmelbein Patrick Pouteau und dessen Ehefrau zu einem Gegenbesuch nach Rennertehausen ein. Dieser Gegenbesuch soll so schnell wie möglich erfolgen. , denn die beiden 59 jährigen wissen, es darf keine 43 Jahre mehr dauern bis zum nächsten wiedersehen.

Von Willi Arnold

Quelle: HNA

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