Hugenotten-Wanderweg

Wiesenfelder Heimatverein pflanzte Maulbeerbüsche

Früher dienten sie der Raupenzucht: Zwei junge Büsche neben bereits bestehenden alten Maulbeerbäumen pflanzten jetzt Karl-Heinz Clement (im Foto oben, rechts) und Ortsvorsteher Günter Beck in Anwesenheit von Bürgermeister Lothar Koch (Mitte) am Rand des europäischen Kulturwanderwegs Hugenotten- und Waldenserpfad bei Wiesenfeld. Kleines Foto rechts: Diese Informationstafel für Wanderer ließ Ortsvorsteher Beck bei den kulturhistorisch bedeutsamen Maulbeerbäumen anbringen.

Wiesenfeld. Es war ein Geschenk der Gemeinde Burgwald zum 25-jährigen Bestehen des Heimatvereins Wiesenfeld im vorigen Jahr, das jetzt umgesetzt wurde:

In Anwesenheit von Bürgermeister Lothar Koch pflanzten Heimatvereins-Vorsitzender Karl-Heinz Clement und Ortsvorsteher Günter Beck zwei Maulbeerbüsche am Rain zum Friedhof. Dort führt auch eine Schleife des europäischen Kulturwanderwegs Hugenotten- und Waldenserpfad vorbei, wo seit dem vergangenen Jahr bereits eine Schautafel Wanderer auf große, alte Maulbeerbäume hinweist.

„Hier sollen sie Maulbeer Beume Pflantzen“, heißt es in einer Notiz des preußischen Königs Friedrich Wilhelms I. aus dem Jahr 1716, als er auf einem Lageplan einer Hugenottengruppe mit besonderer Erfahrung mit Maulbeerbäumen für die Zucht von Seidenraupen bei Berlin eine Fläche anweisen ließ. Die Blätter des Weißen Maulbeerbaums dienten in ihrer französischen Heimat der Zucht des Seidenwicklers und damit der Seidenspinnerei.

Auch aus der nordhessischen Hugenottengeschichte ist bekannt, dass sich einige französische Einwanderer mit dem Verkauf ihrer durch Raupenzucht gewonnenen Seide an den Kasseler Hof in schweren Zeiten wirtschaftlich über Wasser hielten.

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Von Karl-Hermann Völker

Quelle: HNA

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