Im Wildpark Edersee tobt wieder der Waschbär: Fünf Kleintiere im Gehege

+
Stammbaum: Die kleinen Waschbären klettern für ihr Leben gern.

Edersee. Fünf Klein-Waschbären bevölkern das Gehege im Wildtierpark. Die Vorgänger waren an der Staupe eingegangen.

Noch ziehen sie jeden Abend von ihrem Tagesdomizil um in ein extra gesichertes Nachtquartier. „Bald sind sie aber groß genug, um sich zu wehren, falls nachts mal ein Fuchs ins Gehege springt“, sagt Dennis Wagener über seine fünf Schützlinge. Benny, Rocky, Blacky, Lucy und Dagmar heißen die Waschbären, die seit Kurzem ihr kleines, eigenes Reich im Wildtierpark Edersee erkunden und erobern.

15 Wochen alt sind sie. Der 17-jährige Dennis Wagener, Sohn von Tierpfleger Thomas, hat sie zu Hause von Hand aufgezogen. Als winzige Fellknäuel gelangten die Kleinbären mit der Panzerknacker-Maske in die Obhut der Familie. Ein heimischer Landwirt hatte vier von ihnen mutterlos beim Abladen von Stroh gefunden. Das fünfte Jungtier irrte eines Nachts auf einer Straße in Bergheim herum und lief einer Polizeistreife in die freundlich-helfenden Arme.

Regelmäßig Anlaufstelle

Der Wildtierpark wird in solchen Fällen regelmäßig zur Anlaufstelle. Entweder ziehen die Waschbären dort ein, oder sie werden weitervermittelt. Die vier Geschwister und ihre Stiefschwester Dagmar bleiben am Edersee, „denn voriges Jahr starben all unsere fünf Waschbären an der Staupe“, berichtet Parkleiter Albert Hernold.

Dennis Wagener hat trotz seiner Jugend viel Erfahrung im Umgang mit den Einwanderern aus der Neuen Welt. Seit mehr als zehn Jahren hilft er seinem Vater bei der Aufzucht gefundener Jungtiere.

Die Bären betrachten den Jungen als ihre Mutter, auch wenn sie zu Beginn die Flasche verweigerten. „Als ich die Milch in den Napf gab, funktionierte es“, erzählt Dennis.

Längst stehen aber andere Leckereien auf dem Speiseplan des munteren Quintetts. Im Wildtierpark werden sie gefüttert mit Katzenfeuchtfutter, Fisch oder Bananen.

Nur Dennis darf die Kleinen hochheben. Versucht das ein fremder Pfleger, kratzen und beißen sie. Trotz ihres für viele Menschen putzigen Äußeren sind und bleiben es wilde Tiere, wehrhafte Allesfresser mit Jagdinstinkt.

Ein wenig misstrauischer gegenüber Dennis sind die fünf seit wenigen Tagen.

Von Matthias Schuldt 

Was der Grund dafür ist und mehr über die Waschbären, lesen Sie in der gedruckten Freitagausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

Quelle: HNA

Mehr zum Thema

Kommentare