EU will Bienensterben stoppen – Landwirte üben Kritik

Waldeck-Frankenberg. Das EU-Verbot für drei Pestizide in der Landwirtschaft sorgt im Landkreis für Diskussionen. Mit der Neuregelung will die EU vor allem die Bienen schützen.

Insgesamt drei Pestizide für Baumwolle, Raps, Mais und Sonneblumen sollen nicht mehr erlaubt sein. Seit Jahrzehnten nimmt die Bienenpopulation ab. Ob daran die nun verbotenen Beizmittel, sogenannte Neonicotinoide, schuld sind, ist umstritten.

Der Vorsitzende des Imkervereins Frankenberg, Hermann Simon begrüßt die Maßnahme der EU. Sie sei berechtigt, um die Bienen vor dem Massensterben zu schützen.

Anders sieht das der Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Frankenberg, Matthias Eckel. Er hält die neue Regelung für übereilt. „Alle schütteln den Kopf über das Verbot.“ Eckel kritisiert, dass eine gute Methode, nämlich die Beizung von Saatgut, dadurch ersetzt werde, „dass wir jetzt großflächlich spritzen müssen.“ Besonders der Rapsanbau werde vermutlich unter der neuen Regelung leiden.

Im Raum Frankenberg werden rund 5700 Hektar mit Raps bestellt. Viele Schädlinge hätten sich auf die Pflanze spezialisiert, erklärt Matthias Eckel. Das komme zum Beispiel bei Weizen und Gerste nicht vor. „Ohne Einsatz von Insektiziden kann man keinen Raps anbauen.“ Ernteeinbußen befürchtet Eckel vorerst nicht.

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Von Nina Thöne

Quelle: HNA

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