Ausstellung zu K.-o.-Tropfen

Willenlos nach nur einem Tröpfchen

+
Beate Friedrich vom Frauenbüro, Heike Höhl von der Stadtjugendpflege und die Vertrauenslehrerin Monika Lacher (von links) warnen vor Unachtsamkeit bei Partys und Veranstaltungen.

Frankenberg - Was als lustige Party beginnt, kann schnell im Krankenhaus enden- und nicht immer ist zu viel Alkohol der Grund. Eine Ausstellung warnt vor den Folgen von K.-o.-Tropfen.

Ein Schluck nur von der spendierten Cola des netten Herren und plötzlich verschwimmt die Tanzfläche, es wird dunkel. Was klingt wie eine Szene aus einem Horrorfilm, kann durchaus Realität werden – auch auf Partys der Region. Es sind nicht so viele Fälle, dass sie in der Kriminalitätsstatistik gesondert aufgezählt werden, aber doch genug, sodass Hubertus Hannappel über das Thema spricht: Der Leiter der Polizeidirektion Waldeck-Frankenberg eröffnet am Freitag, 23. Mai, um 17 Uhr mit anderen eine Ausstellung zum Thema K.-o.-Tropfen im Frankenberger Jugendhaus.

Initiatoren sind Beate Friedrich vom Frauenbüro des Landkreises und Monika Lacher, Vertrauenslehrerin an der Edertalschule in Frankenberg. Gemeinsam betreuen sie den „Runden Tisch gegen häusliche Gewalt“. Das Jugendhaus mit Leiterin Heike Höhl wurde als Ausstellungsort ausgewählt, um Jugendlichen einen leichten Zugang zu ermöglichen. Den sollen auch die Inhalte garantieren: Gestaltet wurde die Ausstellung von Schülern einer Darmstädter Medienklasse: Die Plakate sind modern gestaltet und vermitteln jugendgerecht, worauf insbesondere junge Damen beim Besuch der nächsten Party achten sollten. Denn es gibt einige leicht zu befolgende Ratschläge, um sich vor K.-o.-Tropfen zu schützen:

- Getränke sollten bei der Bedienung nur selbst bestellt und entgegengenommen werden.

- Offene Getränke niemals unbeaufsichtigt stehen lassen: Vor dem Gang auf die Tanzfläche oder die Toilette entweder austrinken oder den Drink einer vertrauenswürdigen Person zur Aufsicht überlassen.

- Bei plötzlicher Müdigkeit oder Übelkeit immer eine Begleitperson oder das Personal informieren. Nicht ausschließlich auf Hilfe Fremder setzen.

- Wer nicht selbst betroffen ist, sollte nach Eintreffen der Rettungskräfte Beweise sichern: Das Glas nicht aus den Augen lassen, Fotos machen, weitere Zeugen suchen.

Oftmals fatale Folgen

Ist es zu spät für derlei Ratschläge, seien die Folgen häufig fatal, weiß Friedrich: „Den Opfern wird oft nicht geglaubt“, sagt sie. Die schwierige Nachweisbarkeit der Tropfen, die Verbindung mit Alkohol, die Scham – all das sorge für eine „große Dunkelziffer“, sind die Veranstalterinnen überzeugt. Deshalb wollen sie die Jugendlichen auf das Thema hinweisen. „Ab der achten Klasse können uns auch Schulklassen besuchen“, sagt Monika Lacher. Dass es auch schon früher nötig wäre, weiß Heike Höhl zu berichten: Der staunenden Pädagogin habe vor wenigen Wochen eine Viertklässlerin erläutert, wofür die verbotenen Mittel eingesetzt werden können.

Die Ausstellung im Frankenberger Jugendhaus soll dafür sensibilisieren – auch interessierte Eltern. Geöffnet ist sie von Dienstag, 20. Mai bis Freitag, 5. Juni zu den Öffnungszeiten des Jugendhauses. Bei der offiziellen Eröffnung am Freitag, 23. Mai sprechen Monika Lacher, die Kreistagsvorsitzende Iris Ruhwedel und Bürgermeister Rüdiger Heß. Fachvorträge kommen von HubertusHannappel und Olla Steiger von der Frauenberatungsstelle in Bad Wildungen.

Kommentare