Altenlotheim

Windhose deckt Dächer ab und entwurzelt Bäume im Ortskern - Video online

- Frankenau-Altenlotheim (apa). Eine Windhose hat am Mittwochnachmittag einen Straßenzug im Frankenauer Ortsteil Altenlotheim verwüstet und erheblichen Sachschaden angerichtet. Während nach Angaben der Polizei mindestens 37 Häuser stark in Mitleidenschaft gezogen wurden, hielten sich die Verletzungen - gemessen am Ausmaß des Sturmes - in Grenzen: Insgesamt wurden drei Personen leicht verletzt.

Einen solchen Einsatz haben die Feuerwehrleute noch nicht erlebt, geschweige denn die Altenlotheimer: Nach einem Unwetter mit Starkregen und einer Windhose gleichen zwei Häuserreihen im Ortskern des Frankenauer Stadtteils einem Schlachtfeld. Mindestens 37 Häuser sind von der Windhose betroffen, darunter vor allem alte Fachwerkhäuser, die teilweise mehr als 200 Jahre alt sind. Doch auch an den neueren Häusern werden Dachdecker benötigt: Dort sind die Ziegel teilweise komplett verschoben.

In der Ortsdurchfahrt häufen sich heruntergefallenen Ziegel, Dächer sind komplett freigelegt. Auch einige Bäume sind von dem Sturm entwurzelt, große Äste liegen abgebrochen in Vorgärten und auf Parkplätzen. Ein Wohnwagen und ein leerer Wassertank finden sich Hunderte Meter weit von ihren ursprünglichen Standorten wieder - der Wind hat sie durch die Luft getragen. In erster Linie jedoch sind die Dächer betroffen: Zehntausende Ziegel liegen zerbrochen auf Straßen, Bürgersteigen und Vorplätzen, die Dachböden liegen frei. Vom alten Ortskern an der Lorfe zieht sich die Spur der Verwüstung die gesamte Forststraße hinauf, über die Korbacher Straße bis zum Neubaugebiet am Oberbach.

Etwa 200 Helfer sind am Mittwochnachmittag am Einsatzort: Neben den Feuerwehren aus Altenlotheim, Frankenau und den Wehren aus den weiteren Stadtteilen sind Kameraden aus Ederbringhausen, Schmittlotheim und Herzhausen zu Hilfe geeilt. Aus Frankenberg und Korbach sind die Wehren mit den Drehleitern nach Altenlotheim gekommen. Sie beginnen sofort damit, einsturzgefährdete Dächer abzusichern und lose Ziegel zu entfernen, um weitere Verletzungsgefahren zu vermeiden. Ebenfalls aus Frankenberg und aus Bad Wildungen sind Teams des Technischen Hilfswerks mit schwerem Räumgerät im Einsatz. Den Einsatz leitet der stellvertretende Frankenauer Stadtbrandinspektor Stefan Maurer. Auch Kreisbrandinspektor Gerhard Biederbick und Bürgermeister Björn Brede sind nach Altenlotheim geeilt. Die Schnelleinsatzgruppe der Frankenberger DRK-Bereitschaft ist ebenfalls vor Ort.

Vor allem aber sind es die Altenlotheimer, die sofort anpacken: Kaum hat sich der Wind gelegt, rücken die Bürger mit Schaufeln und Besen an, räumen Scherben und Ziegel von der Straße, schauen bei den älteren Nachbarn nach dem Rechten, räumen abgeknickte Äste fort und helfen, wo sie helfen können. Vor allem die, deren Häuser von dem Sturm verschont blieben, sind nun wichtig: Für die Bewohner der betroffenen Gebäude gilt es erst einmal, Fotos von den Schäden zu machen, die Versicherungen anzurufen und zu schauen, ob alle Familienmitglieder gesund geblieben sind. Andere verteilen Tee und Kaffee an die Helfer. Ortsvorsteher Heiko Backhaus ist froh über die funktionierende Dorfgemeinschaft.

Sie sind nicht die einzigen Helfer: Immer weitere Dachdeckerfirmen treffen mit mehreren Mitarbeitern vor Ort ein, um die schlimmsten Schäden schnellstmöglich zu beseitigen oder die Dächer provisorisch mit Folien abzudecken, bevor der nächste Regenschauer kommt. Schon eine halbe Stunde nach dem Sturm stehen bereits Dachdecker und Feuerwehrleute auf den Dächern und räumen weitere lose Ziegel weg und begutachten die Schäden. Nachdem vor allem die Dächer an der Hauptdurchfahrtsstraße, unter anderem an der alten Schule, beseitigt sind, kümmern sich die Kameraden um eine Prioriätenliste.

Nebenbei muss auch noch der Verkehr geregelt werden - denn vor dem Ortseingang stehen lange Schlangen mit Lastwagen und Autos. Wegen des Unfall auf der Bundesstraße hatte die Polizei den Verkehr über Frankenau umgeleitet. Sobald die Bundesstraße wieder frei ist, wird dafür die Ortsdurchfahrt von Altenlotheim voll gesperrt.

Der Sachschaden ist immens. Nach ersten Einschätzungen ist könnte er sogar die Millionengrenze überschritten haben.

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Weitere Fotos vom Katastropheneinsatz in Altenlotheim sind der Redaktion willkommen. Wir nehmen sie per Mail an fz@wlz-fz.de gern entgegen.

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