Bilanz nach der Windhose in Altenlotheim: Mindestens 37 Gebäude beschädigt

Altenlotheim. Nach ersten genaueren Zählungen vor Ort hat die Windhose, die am Mittwoch durch den Frankenauer Ortsteil Altenlotheim gezogen war, insgesamt mindestens 37 Gebäude beschädigt. Mit unvorstellbarer Kraft zog der Wirbelsturm in nordöstlicher Richtung quer durchs Dorf.

Das teilte die Polizei mit. Scheunen- und Hausdächer wurden dabei teilweise abgedeckt, Bäume abgeknickt und herumgewirbelt. Abgestellte Autos wurden durch herabfallende Dachziegeln teils erheblich beschädigt. Ein Bauwagen wurde vom Wind mehrere Meter weit weggetragen, ein Wasserfass, das auf einem Wagen verschraubt auf einer Wiese gestanden hatte, wurde abgerissen und fand sich 100 Meter weiter wieder.

Windhose deckt Häuser in Altenlotheim ab

Das ganze Dorf und auch Freiwillige aus Nachbardörfern waren auf den Beinen, um die beschädigten Dächer schnellst möglich aber zumindest provisorisch mit Planen abzudichten, da bereits erneut heftige Regenschauer aufzogen. Bei den Aufräumarbeiten verletzten sich insgesamt 3 Personen leicht. Sie wurden mit Krankenwagen in umliegende Krankenhäuser gebracht. Der entstandene Schaden kann laut Polizei nur vorsichtig geschätzt werden, dürfte aber mehrere hunderttausend Euro betragen.

Vor Ort waren neben den bereits genannten Einsatzkräften von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk auch Helfer des Roten Kreuzes eingesetzt. Insgesamt hatte die Rettungsleitstelle in Korbach rund 200 Einsatzkräfte nach Altenlotheim entsandt.

Problematisch war für den Einsatz

Die Straße zwischen Bundesstraße 252 und Altenlotheim war von zahlreichen Autos verstopft. Es handelte sich überwiegend um Fahrzeuge, die diesen Weg als Umleitung gewählt hatten, und zwar wegen der gesperrten Bundesstraße. Im Bereich einer Baustelle bei Viermünden war Stunden zuvor ein Lastwagen samt Anhänger nach rechts von der Fahrbahn abgekommen. Wegen der Bergungsarbeiten wurde die B 252 für mehrere Stunden in beiden Fahrtrichtungen gesperrt.

Auch am Tag nach der Windhose sind Feuerleute ausgerückt: Per Drehleiter wurden abgerissene Äste entfernt. Am späten Vormittag rückte zunächst die Feuerwehr aus Altenlotheim aus, weil am Ortsausgang in Richtung Frankenau mehrere vom Sturm am Vortag abgerissene Äste in den Bäumen hingen. "Die Äste drohten abzustürzen", erklärte der Altenlotheimer Wehrführer und Einsatzleiter Danny Finger.

Man habe zunächst versucht, einen Hubsteiger der Straßenmeisterei anzufordern. Weil die Straßenwärter aber nicht über ein solches Fahrzeug verfügten, habe man die Korbacher Feuerwehr angefordert. Mit Drehleiter und Rüstwagen rückten die Kameraden aus der Kreisstadt gegen 11.30 Uhr an. Nach Angaben Fingers wurden die losen Äste vom Korb der Drehleiter aus entfernt. Während des Einsatzes blieb die Ortsdurchfahrt in diesem Abschnitt aus Sicherheitsgründen gesperrt. Verletzt wurde niemand.

112-magazin.de

Quelle: HNA

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