Burgwald

Windkraftanlagenbau lockt Zuschauer

- Burgwald-Ernsthausen (rou). Da entsteht etwas Großes: Planmäßig hat die dänische Firma Vestas am Mittwoch mit dem Aufbau der ersten der vier Windkraftanlagen im Windvorranggebiet bei Ernsthausen begonnen.

Für die Arbeiten hätte das Wetter besser nicht sein können: sommerliche 20 Grad, mäßiger Wind, maximal sechs Stundenkilometer stark. „Alles läuft nach Plan“, lautet auch deshalb die Zwischenbilanz von Michael Kunze, dem Bauleiter des Anlagenherstellers Vestas. Er hat dieser Tage das Sagen auf den Großbaustellen oberhalb von Ernsthausen. Und während die 14 am Aufbau der Anlage beteiligten Arbeiter dem Anschein nach völlig unaufgeregt ihrem Tagewerk nachgehen, kommen die Schaulustigen aus dem Staunen nicht heraus.

Zahlreiche Ernsthäuser haben den Weg hinauf zu den Baustellen angetreten, um das Megaprojekt „Nummer eins“ in Augenschein zu nehmen, drei weitere folgen bis Ende Juni. Kunze hat durchaus Verständnis dafür: „Ja, die Anlagen sind schon eine Hausnummer größer“, sagt er und verweist auf die einige Hundert Meter entfernt sich gemächlich im lauen Sommerlüftchen drehenden „alten“ Windkraftanlagen zwischen Ernsthausen und Münchhausen. Während die eine Höhe von 83 Metern haben, sind die vier neuen Anlagen jeweils 150 Meter hoch.

Wochenlang hatte eine Baufirma aus Münchhausen die Vorbereitungen für den Baustart getroffen. Aus Hunderten Meter Stahl und insgesamt 2000 Kubikmeter Beton entstanden die mächtigen Fundamente für die vier Anlagen. Mehrere Tausend Kubikmeter Erde mussten dafür bewegt werden. Dazu legten die Arbeiter eine Baustraße an. Über diese fuhren schwere Lastwagen den Stahl und den Beton zu den Baustellen und transportierten die nicht benötigte Erde ab. Von der Bundesstraße 236 zwischen Münchhausen und Battenberg führt die breit geschotterte Bautrasse durch den Wald auf die Rückseite der Bergkette.

Ihre erste richtige Belastungsprobe bestand die Baustraße in der Nacht von Montag auf Dienstag, als der erste Schwertransport die Baustelle ansteuerte. Direkt von Vestas in Dänemark wurde das mehr als 100 Tonnen schwere Maschinenhaus nach Ernsthausen gefahren: auf einem zwölfachsigen Auflieger, „damit die zulässige Achslast von zwölf Tonnen nicht überschritten wird“, sagt Kunze. Die Nabe der Windkraftanlage sowie die vier Turmelemente folgten in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch, die drei Rotorblätter dann gestern Nacht. Bereits heute Abend soll die erste der vier Anlagen „optisch fertig sein“, erklärt der Projektleiter. Zwei weitere Tage seien dann für den Innenausbau der Anlagen vorgesehen, dann werden die einzelnen Elemente miteinander verkabelt. Über das Wochenende wechselt der 125 Meter hohe Spezialkran dann seinen Standort, damit am Dienstag und Mittwoch nächster Woche die zweite Anlage montiert werden kann.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Donnerstag, 19. Mai

Hier geht's zur Bildergalerie

Kommentare