Battenberg

„Wir haben lange genug diskutiert“

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- Battenberg (da). Battenberger Stadtverordnete fassen Beschluss zur Neuburg-Sanierung: vorerst nur Substanzerhaltung.

Das 1732 erbaute Schloss soll auf der Grundlage des 2009 erstellten Gutachtens saniert werden: Diesen Grundsatzbeschluss fassten die Stadtverordneten am Donnerstag. Die Bürgerliste Laisa/Frohnhausen/Berghofen stimmte mit sechs Abgeordneten dagegen, die restlichen 21 Parlamentarier waren dafür.

Am Donnerstag zeichnete sich aber ab, dass es auch Widerstand gegen eine grundlegende Sanierung gibt. Die Kosten dafür werden auf etwa 2,5 Millionen Euro geschätzt. In dem Gutachten werden sie mit 2,12 Millionen Euro beziffert, Bürgermeister Heinfried Horsel hatte die Zahl vorsorglich nach oben korrigiert. Vom Landesamt für Denkmalpflege erwartet er einen zehnprozentigen Zuschuss. Weitere Fördermittel sind möglich, aber nicht sicher.Die Debatte über die Sanierung war notwendig geworden, weil Dr. Martin Viessmann sein Kaufangebot zurückgezogen hatte (FZ berichtete). Die Neuburg bleibt somit eine Stadtverwaltung. „Wir haben eine Herkulesaufgabe zu erledigen“, sagte Andreas Salzmann (CDU). „Stufenweise“ solle von der Erhaltung über die Sanierung zur Modernisierung übergegangen werden.

Um das zu schultern, müsse nach Einsparungen gesucht werden. Die Grundsatzentscheidung sei zu begrüßen, „wir haben lange genug darüber diskutiert“. Den Änderungsantrag der Bürgerliste Laisa/Frohnhausen/Berghofen kritisierte er: „Dann können wir die Verwaltungen aus Battenberg und Allendorf zusammenlegen und ins Tal ziehen, wenn das die Bürgerlisten wollen.“

CDU-Fraktionschef Rüdiger Weiß ergänzte, dass eine Entscheidung nötig sei. „Eine Neuverschuldung auf über acht Millionen Euro bis 2015 können wir uns aber nicht vorstellen“, sagte er. Sein Vorschlag: Investitionen in die Abwasserbeseitigung sollten von 2012 bis 2015 gekürzt werden, zudem solle keine „Deluxe-Sanierung“ durchgeführt werden. „Aber wir können so ein repräsentatives Gebäude nicht verkommen lassen.“ „Wir haben uns verpflichtet, dem Gemeinwohl zu dienen“, sagte Dietmar Weber (Bürgerliste Battenberg).

Eine Entscheidung forderte Jens-Ulrich Schmidt (SPD). „Diesen Eiertanz bin ich leid.“ Substanzerhaltung ja, Modernisierung nein, war indes die Botschaft von Wolfgang Stein (Bürgerliste Dodenau). Zu den veranschlagten Baukosten in Höhe von 2,5 Millionen Euro komme „der unbekannte Faktor X“. Er sehe die Gefahr, dass eine Sanierung „gewaltige Summen auslösen wird“.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Samstag, 12. November.

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