Hainaer Parlamentschef kontert Vorwürfe des Löhlbacher Vaters zum Schulstandort

„Wir sind keine Extremisten“

Wilhelm Schäfer

Haina/Löhlbach. Gegen den Vorwurf „extremistische Kommunalpolitiker“ verwehrt sich der Vorsitzende der Hainaer Gemeindevertretung, Wilhelm Schäfer (SPD), mit Entschiedenheit. Wie berichtet, kam der Vorwurf von dem Löhlbacher Stefan Jakobi. Er fordert, dass alle Löhlbacher Grundschüler in Frankenau zur Schule gehen sollten.

Ihm als steuerzahlendem Waldeck-Frankenberg falle es leichter, über Orts- und Gemeindegrenzen zu schauen, als „so manchem extremistischen Kommunalpolitiker“, hatte er gesagt. Dazu Schäfer: „Ich spreche für alle Fraktionen und Wählergruppen in der Gemeindevertretung: Hier gibt es keine Extremisten oder Personen mit extremistischen Gedankengut. Gerade wer die deutsche Geschichte kennt mit dem unsäglichen Leid, verursacht von Extremisten in den totalitären Regimen im 3. Reich und in der DDR, der weiß, dass man dieses Wort nicht im Zusammenhang mit ehrenamtlich Tätigen bringen darf.“ Er persönlich werde sich diese Beleidigung nicht gefallen lassen.

Der Parlamentschef erinnert an die Entscheidung zum Schulstandort: „Alle Fraktionen haben sich in der Gemeindevertretung einmütig dazu bekannt, dass zumindest ein Grundschulstandort in der Gemeinde erhalten werden muss. Dies ist neben vielen anderen Gründen auch ein Beitrag zur Daseinsvorsorge, zu der sich die Kommunalpolitiker verpflichtet fühlen.“ Auch der Kreistag stehe zu der Aussage, dass zumindest eine Grundschule in jeder Kommune erhalten bleiben muss. Für die jüngsten Schüler gelte „kurze Wege für kurze Beine“.

Zum Vorhaben Jakobis, mittels eines Gestattungsantrag zu bewirken, dass seine Tochter 2013 in Frankenau eingeschult wird, sagte Schäfer: Gestattungsanträge habe es schon immer gegeben; wenn wichtige Gründe vorliegen, werde dem Anliegen der Antragsteller sicherlich entsprochen. „Dies sind Einzelentscheidungen.“

Jeder empfindet anders

Über die Qualität der einzelnen Schulen lasse sich trefflich streiten, da gebe es immer zwei Seiten. Jeder empfinde anders, entgegnet der Parlamentschef der Kritik Jakobis, dass die Frankenauer Grundschule bessere Angebote habe, als die Hainaer.

„Über die Grundschule in Haina lässt sich schon nach kurzer Zeit sagen, dass die verschiedenen Ortsteile zueinander gefunden haben und es einen harmonischer Verlauf dort gibt. Für die nähere Zukunft sind in Zusammenarbeit mit dem Landkreis die Weichen gestellt“, betont Schäfer.

Zur Kritik der fehlenden Nachmittagsbetreuung in Haina sagt Schäfer, dass die notwendigen Anträge gestellt seien, das Land Hessen aber bisher noch kein Geld zur Verfügung stellte. „Warum setzt sich Herr Jakobi als CDU-Mitglied nicht bei seiner Landesregierung für eine schnellere Bereitstellung der Gelder ein? Das würde der gesamten Gemeinde von Nutzen sein“, sagt Schäfer. (mab)

Quelle: HNA

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