Battenberger Nachbarschafts-Netzwerk gründet ein "Repair-Café"

"Wir werfen immer mehr weg"

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Beim ersten Vorbereitungstreffen zum Repair-Café: (Hinten v.l.) Herbert Wenzel, Miriam Bring, Gerhard Gnau, Renate Dechsel und Christian Bring sowie (vorne v.l.) Siegfried Franke und Ingrid Becker.Foto: Mark Adel

Battenberg - Zu viel wird heute achtlos weggeworfen, findet Siegfried Franke. Der Vorsitzende des Nachbarschafts-Netzwerks und seine Mitstreiter wollen deshalb ein Reparatur-Café gründen. In geselliger Runde solle dem kaputten Toaster oder dem altersschwachen Fernseher der Weg auf den Müll erspart werden.

Für ihr Vorhaben suchen die die Mitglieder des Netzwerks noch einige „Experten. Am vergangenen Samstag haben sich erstmals Interessierte zum Gespräch getroffen - darunter auch die ersten „Experten“ die etwas reparieren können. Im Terrassen-Café des Battenberger Seniorenzentrums soll das „Repair-Café“ ab März einmal monatlich öffnen. „Der DRK-Kreisverband stellt den Raum kostenfrei zur Verfügung“, freute sich Siegfried Franke über die Unterstützung.

Die Idee der Repair-Cafés stammt aus Holland. Deutschlandweit gibt es bereits 178 solcher ehrenamtlicher Werkstätten, das nächste Café befindet sich in Cölbe. Franke ist von dem Konzept beeindruckt: „Wir kaufen immer mehr und werfen immer mehr weg“, sagte er am Samstag.

Wer etwas zu reparieren hat, meldet sich an einem Empfangstisch an und wird dann zu einem der Fachleute geschickt, die ihre kleinen „Werkstätten“ im Repair-Café aufgebaut haben. Dabei kann es etwa um die gerissene Kette beim Fahrrad gehen, um das abgebrochene Stuhlbein oder um das Aufnähen eines Flickens an der kaputten Jacke. Außerdem soll es Hilfestellungen geben, etwa bei der Bedienung von Smartphones oder Computern.

„Keine Konkurrenz“

Siegfried Franke betont, dass das Café nicht im Wettbewerb zu den örtlichen Handwerkern stehen solle. Vielmehr gehe es um die Dinge, deren Reparatur sich für den Fachhandel nicht lohnt. Daneben soll aus dem monatlichen Angebot auch ein geselliges Treffen entstehen, bei dem Kaffee und Kuchen serviert werden. Mittelfristig soll es sich als feste Veranstaltung etablieren, „aber dafür muss es sich erstmal rumsprechen“, sagt Siegfried Franke. Die ersten „Reparatur-Experten“ hat er schon gefunden. Gesucht werden unter anderem Elektriker, Schreiner, Schlosser, Schneider ebenso wie Fachleute für Fernseher, Radios, Fahrräder, Computer oder Telefone.

Nähere Informationen gibt es bei Siegfried Franke, Telefon 06452/­3544.

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