Brauerei-Fest unf Herbstmarkt in Dodenau

Ein Wochenende mit Bier und Apfelsaft

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Ingo Saßmannshausen (rechts) filtert die Maische. Rolf Pasler, Dieter Womelsdorf und Jacob Sassor assistieren ihm.Fotos: Mark Adel

Battenberg-Dodenau - Früher haben die Dorfbewohner oft Bier selbst gebraut. Daran hat der Verein 825 Jahre am Wochenende erinnert und die Tradition wieder aufleben lassen.

Es ist kein Bier wie aus dem Supermarkt - aber wie es letztlich schmeckt, ist er am 8. November klar. Dann wird das Dodenauer Bier in der Mehrzweckhalle ausgeschenkt. Das Amateur-Film-Team zeigt dazu den Heimatfilm und Szenen vom Herbstmarkt.

„Der grundsätzliche Brauprozess ist bei industriell gebrautem Bier und unserem Bier identisch“, sagt Braumeister Ingo Saßmannshausen. Der gebürtige Dodenauer hat den Verein „825 Jahre“ unterstützt. Er selbst bereibt mit Freunden eine kleine Brauerei in Beddelhausen.

In früheren Jahrhunderten hätten die heute genutzten Materialien wie Kupfer oder Stahl nicht zur Verfügung gestanden. „Die Leute haben Holzbottiche genutzt, die nicht gut geheizt werden konnten.“ Auch in Dodenau wurde Bier gebraut - es gab ein Gemeindebrauhaus, das bis ins 19. Jahrhundert genutzt wurde.

Ganz so minimalistisch gingen die Dodenauer Brauer zwar nicht vor, doch kommt der Prozess dem ursprünglich betriebenen Brauen in gemeindlichen Brauhäusern oder Küchen schon recht nahe. Die Maische wurde früher durch grob gewebtes Leinen gefiltert, die Dodenauer nutzten einen Stahlfilter. Die Besucher konnten dem Braumeister und seinen Helfern über die Schulter schauen und sich überzeugen, wie anstrengend der Brauprozess früher war. Das Sudhaus war mit dem Dodenauer Hopfen geschmückt, der zur Werbung am Dorfrand angebaut worden war.

Am Freitagabend informierte Manfred Glöser die Besucher auf dem Hof in der Dorfmitte über die Geschichte des Bierbrauens. Am Samstag begann Ingo Saßmannshausen morgens mit einigen Helfern den Brauprozess, der bis nachmittags dauerte.

Im „Sudhaus“ vermengten die Dodenauer Malz, Weizen und Wasser zur Maische. Nach und nach wurden die Feststoffe herausgefiltert. „Das heutige Malz ist nicht mehr für ein solches Maischverfahren ausgelegt“, erklärt Ingo Saßmannshausen, der etwa 50 Kilogramm Malz aus der Rhön verwendet. Unter anderem deshalb ist völlig offen, was am Ende durch durstige Kehlen rinnt. „Wo wir landen, ist ein Experiment.“ Fest steht nur, dass das Bier eine dunkle Färbung bekommt.

Etwa 150 Liter Starkbier, genauer gesagt Weizenbock, sollen am Ende ausgeschenkt werden. Das Dodenauer Bier hat etwa 8,4 Prozent Alkohol. Saßmannshausen hat das Rezept bereits in seiner Beddelhäuser Brauerei getestet.

Die so genannte Hauptgärung dauert etwa drei bis vier Tage, der weitere Gärprozess wird erst kurz vor dem Ausschank Anfang November abgeschlossen.

Am Samstag sorgten Feuerwehrkapelle, MGV und die Tanzgruppe V-Step für Unterhaltung, der 825-Jahre-Verein bewirtete die Gäste.

Am Sonntag veranstaltete der Verkehrsverein den Herbstmarkt. Pfarrerin Eleonore hielt zu Beginn einen Erntedank-Gottesdienst unter freiem Himmel, den ebenfalls die Feuerwehrkapelle umrahmte.

Im Anschluss boten Händler aus Dodenau und Umgebung verschiedene Waren rund um den Herbst an: Von Blumengestecken über Likören bis hin zu Schmuck war alles dabei. Der Reddighäuser Till Kramer war mit seiner mobilen Apfelsaftpresse vor Ort.

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