Frankenberg

"Zauberflöte" als modernes Märchen

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Frankenberg (da). - Mozart kennt jeder – doch Kinder können mit seiner Musik oft nichts anfangen. Seine berühmte Oper „Zauberflöte“ sahen am Mittwoch viele Besucher in einer ungewohnten Version, und dabei hatten durchaus auch die Jüngsten ihren Spaß.

Das Ziel, vor allem junge Menschen an Opernmusik heranzuführen, ist erreicht: Das Ensemble „Kleine Oper“ aus Bad Homburg präsentierte mit dem Musical „Bravo, bravo Papageno“ die „Zauberflöte“ kurzweilig, ohne den klassischen Hintergrund zu vernachlässigen. Mit Rap und Pop, aber auch klassischen Klängen erlebten Kinder und Erwachsene den Zauber von Mozarts Musik.

200 Grundschüler aus Gemünden, Haina und von der Frankenberger Ortenbergschule sowie 300 Edertalschüler sahen die Aufführung am Morgen. Abends folgte ein zweites, öffentliches Konzert, ebenfalls vor mehreren Hundert Besuchern. „Das ist ein Riesenerfolg“, freute sich Markus Wagener, Leiter des Jugend-Sinfonieorchesters der Edertalschule. Die jungen Musiker begleiteten die Opernsänger. Das Orchester war halbiert, denn erstmals seit vielen Jahren nutzten die Musiker wieder den Orchestergraben der Kulturhallenbühne. Der Klang der rund 40 Ins­trumentalisten war deshalb nicht ganz so offen und transparent wie bei Auftritten auf der Bühne, doch der Unterschied war kaum hörbar.

Die Bearbeitung der Oper wird bei anderen Aufführungen der Bad Homburger Gruppe oft von professionellen Musikern gespielt. Nicht nur das anspruchsvolle Arrangement verlangte ein hohes Maß an Konzentration. Auch das Zusammenspiel zwischen Musikern und Sängern war für die jungen Instrumentalisten eine ungewohnte Situation. Doch eine Probe genügte, um beide Gruppen gut aufeinander abzustimmen.

Trotz der modernen Bearbeitung blieb die Musik über weite Strecken klassisch. Die jungen Besucher lebten aber vor allem beim Wechsel zu poppigen Klängen auf und klatschten begeistert mit. Erwachsene freuten sich über Wortwitz und sehr gute Sänger – und über Wolfgang Amadeus Mozart, der als Pianist und Verfasser der Oper eine maßgebliche Rolle in „Bravo, bravo Papageno“ spielte. Die Geschichte klingt abenteuerlich, doch Anleihen an die Original-Zauberflöte sind unverkennbar. Der greise König Tyros ordnet sein Reich. Die Herrschaft im Sonnenland und die Erziehung seiner einzigen Tochter, der Prinzessin Pamina, übergibt er seinem Lieblingsbruder Sarastro. Als Zeichen seiner Würde erhält Sarastro den flammenden Sternenkreis.

Alle Reichtümer und die Zauberflöte vermacht König Tyros seiner Frau, der Königin der Nacht, und seiner Tochter Pamina. Die Zauberflöte ist aus dem Holz einer tausendjährigen Eiche geschnitzt. Sie vermag Böses in Gutes zu verwandeln. Die Königin jedoch ist mit dieser Teilung unzufrieden und sinnt auf Rache. Vogelfänger Papageno tappt tollpatschig durch das turbulente Geschehen. Von der Königin der Nacht wird er zum Diener des Prinzen Tamino bestimmt. Mit ihm soll er die schöne Prinzessin Pamina zurückgewinnen. Dabei erleben die beiden so manches Abenteuer.

Die Kinder waren begeistert und applaudierten noch lauter, als am Ende der Vormittagsvorstellung die Lehrer auf die Bühne geholt wurden und tanzten.

„Wir wollten mal wieder etwas Szenisches darbieten“, sagte Markus Wagener. In Zeiten von G8 sei es schwer, „etwas zusammen mit den Chören zu machen“. Deshalb sei das Gastspiel der „Kleinen Oper“ Bad Homburg eine willkommene Abwechslung für das Orchester.

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