Silke Aichhorn begeisterte bei ihrem Konzert in der Winterkirche in Haina

Zauberhaft an der Harfe

Interessiert: Viele Konzertbesucher nutzten die Pause, um sich über das besondere Musikinstrument von der Künstlerin Silke Aichhorn (rechts) zu informieren. Foto: Ochs

Haina-Kloster. Stehende Ovationen am Ende von 100 Minuten „Harfenzauber“ mit nur einer Harfe: Ein Konzert der Extraklasse begeisterte 120 Gäste in der Winterkirche der Klosteranlage in Haina.

Jens Amend, künstlerischer Leiter der Klosterkonzerte, hatte die Harfenistin Silke Aichhorn gewinnen können und damit einen Volltreffer für die Veranstaltungsreihe in Haina gelandet.

Silke Aichhorn stimmte die Gäste mit Prélude und Toccate, ursprünglich bearbeitet für Cembalo, auf die Harfenmusik ein, bevor sie in die Welt von Wolfgang Amadeus Mozart entführte.

Über die Saiten geflogen

Mit Fingerfertigkeit flog sie förmlich über die Saiten und entlockte der Harfe auf diese Weise die schönen Kompositionen des „nozze de Figaro“. So folgte ein Höhepunkt auf den anderen, denn auch die Moldau, als Solostück auf der Harfe dargeboten, zeigte sich sehr spektakulär und mitreißend. Der Weg der Moldau von der Quelle im Böhmerwald, über die Stromschnellen bis zur Mündung in die Elbe mit all ihren Höhen und Tiefen dargestellt in hervorragender Weise. Tosender Applaus für Aichhorn belohnte für diesen Ohrenschmaus.

Die Künstlerin fungierte selbst als Moderatorin, gab stets Erläuterungen zu ihren Musikstücken und lud die Gäste in der Pause zum Informationsgespräch ein. Einmal eine Saite der Harfe zupfen, das war den Konzertbesuchern gestattet. So scharten sich die musikinteressierten Besucher um das beeindruckende Instrument.

Aichhorn bezeichnet sich selbst als eine der aktivsten deutschen Solistinnen an der Harfe. Ihre Intention ist es, die Harfe als Instrument bekannter zu machen, um auf diese Weise einerseits mehr Musiker für diese Musik begeistern zu können und anderseits das Bild der Harfe beim Zuhörer zu schärfen. Sie selbst begann im Kindesalter mit dem Spielen der Harfe. Mit fünf Geschwistern wuchs sie in Oberbayern auf und sagt heute: „Die Harfe hat sich mich ausgesucht. Nicht ich sie.“

Klangfarben entlocken

Die Harfe müsse singen, erläutert sie weiter, und keine Nähmaschinenmusik von sich geben. Der Harfe die Klangfarben zu entlocken, sei das wichtigste beim Spielen dieses besonderen Instruments, unterstreicht die Musikerin.

Die als Solistin und Kammermusikerin konzertierende Aichhorn gehört zu den vielseitigsten Harfenistinnen ihrer Generation. Ihre Ausbildung erhielt sie am Conservatoire de Lausanne und an der Hochschule Köln. Sie ist Preisträgerin internationaler Wettbewerbe sowie mehrerer Kulturpreise.

Neben Konzertauftritten in Europas war sie bereits in Brasilien, Thailand, Japan und den USA zu Gast. Die Harfenistin gibt regelmäßig Meisterkurse und ist Jurorin in Harfenwettbewerben.

Von Jutta Ochs

Quelle: HNA

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