Schreufaer Klimazaun

Zaun für Dorf- und Klimageschichte

Wie viele Schreufaer Bürger schraubte die Landtagsabgeordnete Daniele Neuschäfer selbst ihr Namensschild an den Klimazaun der Erinnerung am entstehenden Klimamuseum Alte Schule.Fotos: Jürgen Siegesmund

Frankenberg-Schreufa - Viele Schildchen schmücken bereits den Scheufaer Klimazaun: Bürger und Vereine verewigen Daten, die ihnen am Herzen liegen.

Mehr als 80 kleine Edelstahlschildchen, mit Namen von Bürgern, von Vereinen oder dem Hinweis auf bestimmte geschichtliche Ereignisse zieren in Schreufa beim künftigen Wettermuseum den neuen Klimazaun der Erinnerung. Die Namenschildchen sind ein Dank an die Sponsoren, die mit ihrer Spende die Arbeit des Vereins Wettermuseum unterstützt haben. Unter den Augen zahlreicher Gäste wurde am Sonntag der Zaun seiner Bestimmung übergeben.

Unter den Gästen waren auch die Landtagsabgeordnete Daniela Neuschäfer und Bürgermeister Rüdiger Heß, die beide das bürgerschaftliche Engagement für das Wettermuseum alte Schule Schreufa hervorhoben und den enormen Aufwand, die Eigenleistungen und die Ideen würdigten, um die alte Schule zu einem Wettermuseum um- und auszubauen. Ortsvorsteher Fritz Dehnhardt überreichte im Namen aller örtlichen Vereine eine Spende über 550 Euro zur Übergabe des Klimazaunes.

Eine der Ideen, so verdeutlichte der Vereinsvorsitzende Werner Böhle, ist neben dem eigentlichen Umbau des alten Schulgebäudes der dem künftigen Wettermuseum angegliederte kleine Klimagarten für die Kita und ebenso der Klimazaun. Ziel sei es, auf diese Weise einen kleinen Beitrag zur Bewusstseinsschärfung für Klimawandel und Erderwärmung zu leisten, wenngleich dies in der Öffentlichkeit das „Bohren durch dicke Bretter“ sei, sagte Böhle.

Der Vereinsvorsitzende wies darauf hin, dass sich bei genauer Betrachtung an den unterschiedlich langen Zaunlatten, die die jährliche Jahresdurchschnittstemperatur anzeigen, die Klimaerwärmung ablesen lasse. Deutlich erkennbar sei dies insbesondere beim Betrachten der Zehnjahreszyklen. Das kälteste Jahr, das auf den Zaunlatten zu erkennen ist, war das Jahr 1940. Demgegenüber stehen das Jahr 2000 und das Jahr 2007 mit 9,9 Grad als Jahresdurchschnittstemperatur. Nach dem derzeitigen Stand könne davon ausgegangen werden, dass in diesem Jahr erstmals eine Durchschnittstemperatur von zehn Grad erreicht oder gar überschritten werde, sagte Böhle.

Wie launig das Wetter sein kann, ließ sich am Sonntag bei der Zaunübergabe aber nicht nur an den einzelnen Zaunlatten ablesen: Hautnah mussten die Gäste erleben, wie aus Sonnenschein Regen werden kann. Kaum waren die letzten Reden und Grußworte verklungen und die Schildchen der Sponsoren montiert, setzte der Regen ein. Auch künftig kann jeder, der dem Wettermuseum zugetan ist und es mit einer Spende von 50 Euro unterstützen möchte, ein solches Schildchen an dem Zaun anbringen lassen.

Von dem einsetzenden Regen ließ sich jedoch am Sonntag niemand verdrießen, sodass anschließend noch lange bei gegrillten Würstchen und kalten Getränken oder Kaffee und Kuchen in unterhaltsamer Runde zusammengesessen wurde. Gleichzeitig war es für die Besucher eine Gelegenheit, sich über den Fortgang der bisherigen Bauarbeiten am künftigen Schreufaer Wettermuseum zu informieren.

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