Wandern in die Erdgeschichte

Zechsteinpfad ist offen

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Weißes Z auf blauem Grund – so ist der Zechsteinpfad beschildert, und so soll auch der große Zechsteinweg von Korbach bis in den Rodenbacher Steinbruch dereinst zu erkennen sein.

Frankenberg-Geismar - In die schöne Natur zwischen Geismar und Frankenberg führt der neue Zechsteinpfad ebenso wie in die Erdgeschichte und die Historie des Bergbaus in dem Dorf.

Noch vor 100 Jahren wurde zwischen Frankenberg und Geismar Bergbau betrieben. Die „Weißen Berge“ nahe des Dohlenfelsens sind stille Zeugen davon, denn was heute vielen Wanderern als natürlicher Aufschluss erscheint, ist eigentlich eine Abraumhalde. Zugleich aber sind sie ein Fenster in die Erdgeschichte, denn in den Bruchstücken finden sich bei näherem Hinsehen immer wieder versteinerte Pflanzenteile - ähnlich der „Frankenberger Kornähre“.

Diese drei Themen - Dorf- und Erdgeschichte sowie die reizende Landschaft der Region - soll der Geismarer Zechsteinpfad miteinander verknüpfen, der gestern offiziell durch eine erste Wanderung vom Geismarer Dorfmuseum aus eröffnet wurde. Dort ist auch der Startpunkt der Tour, die auf knapp neun Kilometern an acht Stationen vorbeiführt; vorbei an Haldenlandschaften, Zechenhaus und Neuer Hütte, den Dohlenfelsen oder der Friedenseiche sowie dem Vorkommen von Acker-Wachteilweizen.

Pflege durch Stadt und Verein

„Seit heute haben wir eine Attraktion mehr“, sagte Bürgermeister Rüdiger Heß an den „Weißen Bergen“. Er dankte allen Verantwortlichen, allen voran dem Geismarer Heimat- und Kulturverein. Der betreibt das Heimatmuseum und pflegt den Pfad, der durch ein weißes Z auf blauem Grund ausgeschildert ist, gemeinsam mit der Stadt. Dort zeichnet insbesondere Hartmut Kaufmann für das Projekt verantwortlich. Der erläuterte den Mitwanderern das Konzept des Weges und die Bedeutung der „Frankenberger Kornähre“ für die Paläobotanik. „Hier wird die Ähre in Wert gesetzt“, sagte er.

Auf lange Sicht soll der Geismarer Zechsteinpfad zusammen mit einem ähnlichen Pfad nahe Korbach Teil eines Zechsteinweges durch den Landkreis werden, erläuterte Norbert Panek vom Naturpark Grenzwelten. Dieser Weg soll die Korbacher Spalte mit dem Rodenbacher Steinbruch verknüpfen und dabei an verschiedenen Stationen und durch Schleifen wie in Geismar Einblicke in die Erdgeschichte und insbesondere die des Zechsteinmeeres werfen, dessen Küstenlinie einst durch die Region verlief.

Kosten von 5000 Euro

Das Projekt kostet rund 5000 Euro - 75 Prozent davon entstammen dem Leader-Fördertopf der Europäischen Union. Dafür wurden die Stationen sowie am Portail eine Stele mit ausführlichen Informationen aufgestellt. Die Besucher finden am Heimatmuseum, aber etwa auch in der Ederbergland-Touristik am Untermarkt, ausführliche Flyer mit Wegführung und weiteren Informationen. Die wurden vom Büro Bioline umgesetzt, das beispielsweise auch für die Dorferneuerungsprogramme von Geismar und Dörnholzhausen verantwortlich zeichnet.

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