Zehn Jahre Kapelle auf der Quernst – Bereits im Mittelalter von regionaler Bedeutung

Aussichtsturm: Nahe der alten Ruine stand vor dem Bau der Quernstkapelle ein Aussichtsturm. Archivfoto: Manfred Albus/nh

Frankenau. Wenn sich die Gottesdienstbesucher am Sonntag, 10. Juli, auf den Weg zur Quernstkapelle hoch oben im Nationalpark Kellerwald-Edersee machen, um am Jubiläumsgottesdienst zum zehnjährigen Bestehen des Kirchleins teilzunehmen, dann wandeln sie auf historischen Pfaden.

Dort, wo heute die Quernstkapelle steht – „dem Himmel ganz nahe“, wie der Frankenauer Pfarrer Dr. Harald Wahl gerne sagt – befand sich nach Aufzeichnungen des Schmittlotheimer Heimatforschers Walter Zarges schon im hohen Mittelalter ein Dorf mit einer Kirche. Urkundlich erwähnt sei der Ort erstmals 1236 als „Quernsthorst“.

Möglicherweise habe es bereits auch schon früher – im achten oder neunten Jahrhundert – dort eine Bebauung gegeben, sagt Pfarrer Dr. Harald Wahl. Dazu gebe es aber keine gesicherten Erkenntnisse, und auch Manfred Albus vom Verein Freunde der Quernst bezeichnet dies als „reine Vermutung“.

„Fakt ist aber, dass die Quernst an einem alten Fernhandelsweg liegt“, sagt Albus. Der Ort sei schon immer ein Bezugspunkt für die Menschen gewesen. Auch er habe als Kind oft die alten Ruinen besucht.

Jahrhunderte lang sei die Kirchenruine auf der Quernst vom Wald überwuchert gewesen, sagt Pfarrer Wahl. Als ein verheerender Sturm die alten Mauerreste wieder freigelegt habe, sei man 2002 auf die Idee gekommen, dort im „Pfaffenwald“ wieder eine Kapelle zu errichten. Auf Initiative des Vereins „Freunde der Quernst“ entstand in der Folgezeit – nach einem Entwurf des Architekten Manfred Quehl aus Felsberg – die Quernstkapelle, die am ersten Adventssontag des Jahres 2006 feierlich eingeweiht wurde.

Seitdem pilgern jedes Jahr rund 10 000 Menschen zur Quernstkapelle, und es werden dort regelmäßig Gottesdienste abgehalten.

Anlässlich des zehnjährigen Bestehens findet dort am Sonntag ab 11 Uhr ein Festgottesdienst mit anschließendem Programm statt.

Mehr zum Festprogramm lesen Sie in der gedruckten Samstagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

Quelle: HNA

Mehr zum Thema

Kommentare