Dodenauer Verkehrsverein appelliert an Allendorf

"Zeichen der Solidarität setzen"

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Nicht nur Touristen, sondern auch viele Einheimische sind auf Rad- und Wanderwegen im Ederbergland unterwegs und profitieren damit von Investitionen der Ederbergland-Touristik. Archivfoto: Pauly

Allendorf/Battenberg - Die Überlegungen der Gemeinde Allendorf, aus der Ederbergland-Touristik auszusteigen, sorgen für Unmut bei den Partnern im Verein: Der Verkehrs- und Verschönerungsverein sieht die Entwicklung mit "großer Sorge".

Die Gemeinde Allendorf hatte angekündigt, ihren finanziellen Anteil auf den Prüfstand zu stellen und bereits die Kündigung der Mitgliedschaft ausgesprochen – vorsorglich, um die Fristen zu wahren. Eine endgültige Entscheidung hat Bürgermeister Claus Junghenn für Herbst angekündigt.

„Die Ederbergland-Touristik unter der Leitung der neuen Geschäftsführerin Silvia Henk leistet wertvolle Arbeit“, teilte die Vorsitzende des Dodenauer Verkehrsvereins, Ute Schmidt, mit. Als Beispiele nannte sie die Zertifizierung der Wanderwege und die Erstellung der wichtigen überregionalen Werbung genannt.

„Von den neuen Wegenetzen im Wander- und Radbereich profitiert auch die Gemeinde Allendorf.“ Zahlreiche Veranstaltungen würden in der Ederbergland-Touristik koordiniert und locken Besucher ins obere Edertal. Ein Buchungsportal werde ausgebaut. „Von einem Ausbau und Förderung der touristischen Entwicklung profitieren alle, ob nun im Ort Fremdenzimmer oder Unterkünfte existieren oder nicht.“ Viele Ferienwohnungsbesitzer schickten beispielsweise ihre Gäste in das Einkaufzentrum in Battenfeld zum Einkaufen und Tanken. „Auch die Gemeinde Allendorf erzielt daher einen Mehrwert durch gute Auslastung im Tourismusbereich“, sagte Ute Schmidt.

Des Weiteren seien viele Zulieferbetriebe zum „größten Arbeitgeber der Region“ – also die Firma Viessmann – auf Beherbergungsbetriebe in der Umgebung angewiesen. „Daher ist es wichtig, eine funktionierende touristische Infrastruktur anzubieten“, sagte Ute Schmidt. „Man sollte den Austritt auch überregional sehen, hier kann ein Schaden für die gesamte Region entstehen, wenn der Austritt Allendorfs zum Scheitern der Ederbergland-Touristik führen würde.“

Die Dodenauer Touristiker bitten die Allendorfer Gemeindevertreter, mit dem Verbleib in der Ederbergland-Touristik ein Zeichen der Solidarität zu setzen „und für aktive Förderung des Fremdenverkehrs in unserer Region einzutreten“.

Auch Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß ist wenig begeistert über den Schritt. Im Vorstand sei darüber bereits mit dem Allendorfer Bürgermeister Claus Junghenn gesprochen worden, der die Entscheidung mit den schwindenden finanziellen Mitteln Allendorfs begründet hatte – die Industriegemeinde muss ab nächstem Jahr eine „Solidaritätsumlage“ an das Land zahlen, voraussichtlich etwa 800.000 Euro. Im schlimmsten Fall müsse der Verein aufgelöst werden, sagt Rüdiger Heß.

Selbst wenn es nicht so weit komme, reiße ein Rückzug Allendorfs eine Lücke zwischen den anderen Tourismus-Partnern Battenberg, Hatzfeld, Bromskirchen udn Frankenberg. „Man muss in der Region denken.“ Heß verweist nicht nur auf die Folgen für den Tourismus, sondern auch auf die Folgen für die beiden Mitarbeiterinnen des Vereins. „Wir haben auch eine soziale Verantwortung“. In der Allendorfer Gemeindeverwaltung wolle man schließlich auch keinen Mitarbeiter kündigen, wenn sich die Haushaltslage verschlechtert.

Ähnlich äußerte sich gegenüber der FZ Battenbergs Bürgermeister Christian Klein. „Der Magistrat teilt die Befürchtungen des Verkehrs- und Verschönerungsverein Dodenau“, erklärte er. Die Ederbergland-Touristik leiste wertvolle Arbeit für die Region und sei solidarisch durch die Mitglieder und die kommunalen Leistungen finanziert.“ Da die Kommunen einen wesentlichen Anteil an der Finanzierung mittragen, gefährdet das Ausscheiden eines der Partner die Gesamtkonstruktion.“ Gerade im Tourismus könne man nur im regionalen Schulterschluss Erfolge erzielen. „Hier muss eine Region geschlossen handeln und agieren.“

Ein gemeinsames Auftreten in der Werbung, im Internet und auf Messen bringe Impulse für das gesamte obere Edertal. „Eine erfolgreiche Entwicklung des Tourismus und der touristischen Betriebe sowie der damit verbundenen Infrastruktur ist auch für die Bürger und Unternehmen in Allendorf von Interesse“. (da)

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