Nachhalitgkeit im Stiftungsforsten Haina

Zertifikat für das Hainaer Wildfleisch

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Beim Sternblasen unterhielten 60 Musiker ihre Zuhörer im Klostergarten mit der Hegewald-Fanfare.Fotos: Patricia Kutsch

Haina (Kloster) - Den Begriff "Nachhaltigkeit" hat Hans Carl von Carlowitz vor 300 Jahren geprägt. Nachhaltig erwirtschaften die Hainaer Stiftungsforsten bereits seit 480 Jahren Holz. Und nachhaltig liefern sie auch Wildfleisch. Dafür bekamen sie gestern die Zertifizierung "Geprüfte Qualität Hessen".

Vier Anlässe - eine große Feier: Mit Wild, Musik und einer Hubertusmesse feierten die Mitarbeiter der Stiftungsforsten Kloster Haina gestern in der Klosterkirche und im Garten. Die Geburtsstunde der Stiftung war vor 480 Jahren: Am 26. August erließ Landgraf Philipp die Stiftungsurkunde. Weit früher - nämlich vor 825 Jahren - wurde das Zisterzienserkloster gegründet. Und seit 300 Jahren gibt es den Begriff Nachhaltigkeit.

Als wären dies nicht genug Anlässe zum Feiern, haben sich die Stiftungsforsten unter Leitung von Forstdirektor Manfred Albus um ein Zertifikat beworben - und gestern während ihrer Feierlichkeiten erhalten. Für das Holz aus den Klosterwäldern haben die Hainaer schon lange ein Siegel. „Da war es für unseren Forstbetrieb nur folgerichtig, auch für das einzige von uns produzierte Lebensmittel einen Qualitätsnachweis anzustreben“, sagte Albus. Daher ziert das Siegel „Geprüfte Qualität Hessen“ fortan das Wildfleisch, das aus den Wäldern stammt. Dort werden laut Albus jährlich rund 20 Stück Rotwild, 300 Rehe und 100 Wildschweine erlegt.

„Seit Jahrtausenden jagt der Mensch das Wildtier“, erklärte Albus. Früher war die Jagd vor allem Leidenschaft der Fürsten - und brachte der höfischen Küche Fleisch. „Heute ist die Jagd Bestandteil einer modernen Waldwirtschaft“, diene aber immer noch der Beschaffung von Nahrungsmitteln und sei weiterhin von Leidenschaft begleitet. Für Staatssekretär Mark Weinmeister ist die nachhaltige Herstellung regionaler Lebensmittel eine Bewahrung der Schöpfung. „Die Menschen wollen immer mehr nachvollziehen, wo ihre Lebensmittel herkommen“, sagte er. Daher garantiere das Siegel „Geprüfte Qualität Hessen“, dass sowohl Produzenten, als auch Lieferanten und Verarbeiter in diesem Bundesland arbeiten.

Weinmeister sagte, dass Wild das „nachvollziehbarste Fleisch überhaupt“ sei - weil es nahezu unbeeinflusst vom Mensch aufwachse und sich aus dem Wald ernähre. Daher sei er sich sicher, dass das Wildfleisch die kulinarischen Freuden der Verbraucher vermehre und zugleich die Arbeit im sozialen Bereich einen großen Schritt nach vorne bringe. Die Überschüsse aus den Stiftungsforsten fließen in die soziale Arbeit des Hospitals ein.

Vor der Übergabe des Zertifikats begann der Tag mit einer feierlichen Hubertusmesse in der Klosterkirche. Im Anschluss überzeugten die Besucher sich beim Mittagessen von der Qualität des Wildfleisches aus den Stiftungswäldern und genossen Gulasch und Bratwurst.

Für den musikalischen Rahmen während der Messe und zum Abschluss des Festtages im Klostergarten sorgten 60 Jagdhornbläser der Musikgruppen aus Frankenberg, Haina, Fritzlar-Homberg und Neukirchen. Sie unterhielten die Besucher beim Sternblasen unter anderem mit der Hegewald-Fanfare, dem Hubertusmarsch und bliesen zum Essen.

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