Frankenberg: Spendenaktion von Geschäftsfrauen

Ziel: Mehr Haltbares für Tafelkunden

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Frankenberg - Nicht nur Lebensmittelgeschäfte und Bäckereien können Menschen in Not durch Spenden an die Tafel helfen, sagen Alevtina Fedorenko und Julia Bartel. Die Schwestern nutzen ihr Blumengeschäft als Plattform, um auch Privatleute auf die Bedürftigen in der Region aufmerksam zu machen.

Die heimischen Lebensmittelgeschäfte spenden Waren, die kurz vor dem Verfallsdatum sind oder nicht mehr verkauft werden können, an den Verein „Frankenberger Tafel“ - vor allem Obst, Gemüse und Milchprodukte. Dort verteilen ehrenamtliche Helfer die Waren in Körbe, die wiederum an Menschen in finanzieller Notlage ausgegeben werden.

Alevtina Fedorenko ist als ehrenamtliche Helferin regelmäßig bei der Tafel aktiv. „Ich war entsetzt, wie wenig Nahrungsmittel im Moment verteilt werden können“, sagt sie. Im vergangenen Jahr seien die Körbe deutlich voller gewesen.

Das möchten Alevtina Fedorenko und ihre Schwester Julia Bartel ändern. Unter dem Motto „Jede Nudel hilft“ haben sie deshalb eine Spendenaktion gestartet. Sie hoffen, dadurch Privat- und Geschäftsleute animieren zu können, haltbare Lebensmittel für die Tafel zu spenden. Denn vor allem daran fehle es in den Körben für die Tafel-Kunden. Nudeln, Reis, Öl, Zucker, Mehl, Salz, aber auch Konserven werden von den Supermärkten nur selten an die Tafel gegeben. Das könnten auch Privatleute ändern, finden die beiden Frauen: Sie sprechen deshalb seit einigen Tagen ihre Kunden darauf an und haben einen Zettel an die Eingangstür geheftet und ein Glas mit Nudeln als Hingucker auf die Theke gestellt. „Wenn nur zehn oder zwanzig Prozent der Kunden, die hier jeden Tag kommen, etwas spenden, ist schon viel geholfen“, sagt Julia Bartel. „Es geht uns darum zu zeigen, dass schon Kleinigkeiten etwas ausmachen.“

Geholfen wird dem Verein vor allem mit Sachspenden, sagt Hans-Jürgen Wilhelm vom Vorstand der „Frankenberger Tafel“. Denn von Geldspenden darf die Tafel nicht einkaufen gehen, das widerspricht dem Grundsatz des Tafel-Konzeptes. Wenn der Verein Geld erhält, nutzt er es für laufende Kosten, etwa für Benzin. Selbst Gutscheine aus Supermärkten sind aus steuerlichen Gründen für die Tafel kaum hilfreich, sagt Wilhelm.

Er freut sich über das Engagement der beiden Frauen und bestätigt, dass die Supermärkte derzeit weniger Waren an die Tafel ausgeben. Dies sei einerseits der Urlaubszeit geschuldet, in der die Märkte anders disponierten. Andererseits reagierten die Geschäfte aber auch auf die Wirtschaftslage und verkauften Produkte eher günstiger, als sie unentgeltlich abzugeben.

Kontakt und Infos gibt es bei den „Blumen-Twins“ in der Philipp-Soldan-Straße in Frankenberg. Dort können auch Lebensmittelspenden abgegeben werden.

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