Zirkusprojekt auf dem Burgberg

Zirkus-Akrobat nach nur einer Woche

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Eine Woche lang haben 80 Kinder und Jugendliche für die Aufführungen des „Zirkus Soluna“ geprobt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, wie beispielsweise kühne Sprünge durch einen Hula-Hoop-Reifen beweisen.

Frankenberg - Wenn Kinder Kunststücke aufführen, die beinahe an jene professioneller Akrobaten heranreichen, dann ist der "Zirkus Soluna" zu Gast: Auf dem Burgberg feierte gestern eine Show Premiere, für die 80 Kinder und Jugendliche eine ganze Woche lang geübt haben.

Es ist immer wieder ein besonderer Moment, wenn das Licht dunkler wird, die Musik dramatischer und sich der Vorgang im 350 Zuschauer fassenden Zirkuszelt zum ersten Mal öffnet. Dann zählt es, dann sind jene Fertigkeiten gefragt, die zuvor eine Woche lang eingeübt worden sind. Kinder und Jugendliche schlüpfen in die Rolle von Akrobaten, von Jongleuren, Dompteuren und Clowns - wie in jedem Jahr machen sie dies mit voller Konzentration und nahezu meisterlich.

Das pädagogische Projekt „Kinder machen Zirkus“ von Landkreis und Stadt Frankenberg gastiert derzeit zum 15. Mal auf dem Burgberg. 80 Kinder haben eine Woche lang auf dem Rasen und in der Turnhalle der Ortenbergschule trainiert: Körperbeherrschung, Gleichgewicht, Einfühlungsvermögen, das Selbstwertgefühl. Es geht um eine tolle Show, aber es geht dabei auch um viel mehr: Die Kinder sollen sich in dieser einen Woche entwickeln, sie sollen Vertrauen geben und erhalten und sie sollen im Team arbeiten. Die ganze Vorführung ist eine riesige Teamleistung: Wer nicht in der Manege steht, der hilft am Rande, hinter dem Vorhang, in der Technik.

Fliegende Bälle, heiße Sprünge

Was die Kinder ihrem begeisterten Publikum präsentieren, ist bezaubernd: Sie beherrschen Tricks und Kunststücke aus beinahe dem gesamten Repertoire eines modernen Zirkus. Da bauen junge Mädchen lebendige Pyramiden, fahren auf Einrädern über gespannte Seile. Kleine Fakire setzen sich auf Nagelbretter und springen in große Scherbenhaufen - völlig verletzungsfrei. Was das zumeist junge Publikum jedoch am meisten begeistert, ist das Spiel mit Farben und Feuer. Im vollkommen abgedunkelten Zirkuszelt schwingen die schwarz gekleideten Künstler leuchtende Kugeln und zaubern beeindruckende Formen und Farben in das Schwarz. Als das Feuer zum ersten Mal entzündet wird, geht ein Raunen durch das Publikum: Hula-Hoop-Reifen in Flammen werden geschwungen, eine Akrobatin versenkt eine Fackel in ihrem Mund. Ein Feuerspucker tritt auf und schließlich springt gleich eine ganze Schaar junger Herren über eine brennende Latte.

Helfende Hände mit viel Erfahrung

Hinter der sehenswerten Vorstellung steckt spürbar viel Arbeit - nicht nur für jene, die im Rampenlicht stehen. Der pädagogische „Zirkus Soluna“ aus Köln probt alljährlich mit den Kindern - gleich ob mit oder ohne Behinderung. Denn das Projekt, an dem auch die Stadtjugendpflege und der Landkreis beteiligt sind, ist bewusst integrativ angelegt. Eine Spende der Kiwanis hilft in jedem Jahr bei der Finanzierung. Und schließlich sind da dutzende Freiwillige, die sich in den Dienst der Sache stellen. Als schwarz gekleidete Schatten geben sie Hilfestellungen, reichen eine Hand, wenn nötig, bauen auf und ab. Viele von ihnen waren vor wenigen Jahren selbst kleine Akrobaten.

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