Zoff um Erweiterung von Neubaugebiet in Bottendorf

Streit um Erweiterung des Neubaugebiets Unterfeld: Noch ist diese Straße im Bottendorfer Neubaugebiet eine Sackgasse. Sie wurde aber von vorneherein auf eine Verlängerung angelegt, wenn das Baugebiet erweitert wird. Gegen die Erweiterungspläne protestieren Anwohner. Foto: Biedenbach

Burgwald. Die Gemeinde Burgwald will in vier Ortsteilen neue Bauplätze schaffen. Ärger gibt es in Bottendorf: Dort wollen Anwohner die Erweiterung des Gebiets Unterfeld verhindern.

Weil kaum noch Bauplätze vorhanden sind, soll in Bottendorf, Burgwald, Wiesenfeld und Ernsthausen weiteres Bauland geschaffen werden. Nur in Birkenbringhausen gibt es noch ausreichend Plätze.

Burgwalds Bürgermeister Lothar Koch stellte in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses die Planung des Gemeindevorstands vor.

Umstritten ist die Erweiterung des Bottendorfer Neubaugebietes Unterfeld. Ein Bürgerinitiative kritisiert: Es entstehe ein zweites Dorf am Dorfrand. Stattdessen sollte der Ortskern gestärkt werden, Zersiedelung verhindert und Bauplätze im Bereich Stockäcker geschaffen werden.

Zu dieser Kritik von Bewohnern des Neubaugebiets, die Sprecher Johannes Fuhr an die Öffentlichkeit gebracht hatte , nahm Burgwalds Bürgermeister Lothar Koch in der Haupt- und Finanzausschusssitzung Stellung. Er ging unter anderem auf folgende Punkte ein:

• Wiederbelebung des Ortskerns: Die Gemeinde verfolge sehr wohl das Ziel der Belebung der Ortskerne, etwa mit dem Altbauförderprogramm, aus dem aktuell 13 Sanierungsmaßnahmen bezuschusst würden. Es gebe derzeit noch keinen Häuserleerstand in Bottendorf und auch keine Verkaufsbereitschaft von Grundstückseigentümern in der Ortslage. Dort sei die Bebauung oft mit Auflagen - insbesondere des Denkmalschutzes - verbunden. Das beliebte moderne Niedrig-Energie-Haus sei dort oft nicht möglich, so der Bürgermeister.

• Bevölkerungsentwicklung: Entgegen der von Fuhr angeführten allgemeinen Prognosen zum Rückgang der Bevölkerung sei die Einwohnerzahl in Bottendorf von Januar 2013 bis Juli 2016 um 87 auf 2025 Menschen gestiegen. Deshalb solle auch die Kita erneut erweitert werden.

• Vorschlag, Bauplätze im Bereich Grundweg/Auf dem Stockacker zu schaffen: „Dieser Bereich ist im regionalen Raumordnungsplan als „Vorhaltegebiet für Landwirtschaft, Natur und Landschaft und für besondere Klimafunktionen ausgewiesen“, sagte Koch. Aufgrund der Hanglage sei dort zudem eine Erschließung sehr kostenintensiv.

• Weichen gestellt für Unterfeld: Schon vor Jahren habe die Gemeindevertretung entschieden, die bauliche Entwicklung im Bereich Unterfeld vorzunehmen und die dortigen Flächen als „Entwicklungsfläche Siedlung“ auszuweisen. Für die Erweiterung im Unterfeld habe man bereits 1999 das Regenrückhaltebecken entsprechend groß gebaut. Die Landgraf-Moritz-Straße sei ebenfalls für die Erweiterung ausgelegt. (mab)

Welche Vorschläge zur Schaffung von neuen Bauplätze der Gemeindevorstand zusammen mit dem Planungsbüro Stadt + Land aus Kassel in den vier Ortsteilen macht, das lesen Sie in der gedruckten Donnerstagausgabe der HNA.

Quelle: HNA

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