Klimaschutz im Oberen Edertal

Zollner gibt den Anstoß zur Sanierung

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Allendorf (Eder) - Rainer Zollner ist seit Beginn des Jahres Klimaschutzbeauftragter der Kommunen im Oberen Edertal. Er soll dem Klimaschutzkonzept der Arbeitsgemeinschaft Ederbergland Leben einhauchen und Hausbesitzern Fördermöglichkeiten aufzeigen.

„Oft sind der Wille und das Geld für eine energetische Sanierung da, aber der Hausbesitzer weiß nicht, wo er anfangen soll“, erklärt Rainer Zollner. Dort soll seine Arbeit ansetzen: Zollner will den Bürgern im Oberen Edertal einen Anstoß geben und zeigen, wie sie anfangen können, Energie einzusparen.

„Meine Hauptaufgabe ist es, die Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren.“ Zollner betont, dass er keine Konkurrenz zu Energieberatern ist, sondern vielmehr eine Erstberatung biete und den Bürgern dann Kontakte vermittele. Auch bei Förderanträgen soll der Klimaschutzbeauftragte von Allendorf, Battenberg, Bromskirchen und Hatzfeld behilflich sein: „Es gibt bundesweit 5000 Fördermöglichkeiten für energetische Sanierungen. Allein in Hessen sind es 800.“ Zollner sieht es als Aufgabe, den Bürgern des Oberen Edertals bei der Suche nach den richtigen Förderungen zu helfen.

„Er soll die Leute an der Hand nehmen und führen“, sagt Allendorfs Bürgermeister Claus Junghenn. Viele Menschen würden keine Förderungen beantragen, weil es ihnen zu kompliziert sei. Dabei komme dann Zollner ins Spiel. „Er soll außerdem Menschen an seinen Tisch holen, die sich nicht mehr trauen, zu sanieren, weil sie bald in Rente gehen“, ergänzt Bromskirchens Bürgermeister Karl-Friedrich Frese. Ihnen soll Zollner aufzeigen, wie schnell sich beispielsweise eine Dämmung rechnen kann.

Der Amtskollege aus Hatzfeld, Uwe Ermisch, ist überzeugt, dass das Interesse aus der Bevölkerung für Energieeinsparungen da ist. „Es ist ein Glücksfall, dass wir für diese Stelle jemanden gefunden haben, der so qualifiziert ist und sich im Oberen Edertal auskennt“, fügt Battenbergs Bürgermeister Heinfried Horsel hinzu.

Der 51-jährige Klimaschutzbeauftragte ist gebürtig aus Bottrop, wohnt aber seit den 80er Jahren in Bromskirchen. Damals war er Battenbergs Bauamtsleiter - gab die Stelle allerdings auf, um als freischaffender Bauingenieur zu arbeiten. Die vergangenen zwei Jahre hat Zollner genutzt, um sich in Kassel mit einem Studium weiterzubilden: Nun ist er Gebäudeenergieberater und Anlagenplaner für Erneuerbare Energien. Der Schwerpunkt seines Studiums lag laut Zollner auf der Wärmegewinnung aus der Sonne. Zudem ist er im Vorstand der Bürgerenergiegenossenschaft: „Das rundet meine Arbeit als Klimaschutzbeauftragter ab und ergänzt sie“, ist er sich sicher.

Die Suche nach einem Klimaschutzbeauftragten ergab sich für die vier Kommunen aus dem „Integrierten Klimaschutzkonzept der Interkommunalen Arbeitsgemeinschaft Ederbergland“. Zollner soll Ziele aus diesem Papier umsetzen - dabei geht es nicht nur um den Einsatz erneuerbarer Energien, sondern auch auf die Einsparung von Wärme und Strom.

In der Einarbeitungszeit sitzt Zollner in der Gemeindeverwaltung in Allendorf. Künftig soll er an jeweils einem Tag in der Woche in den jeweiligen vier Verwaltungen für die Bürger zur Verfügung stehen. Zu erreichen ist er vormittags unter Telefon 06452/913131 oder Handy 0171/2640207.

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