Zisterzienser feiern Hochamt in der Klosterkirche

Zurück zu den Wurzeln

Haina (Kloster) - Es war das zweite Mal in fast einem halben Jahrtausend, dass Mönche des Zisterzienser-Ordens in der Klosterkirche eine Messe gefeiert haben - jenes Ordens, der das Kloster vor 800 Jahren gründete. Und obwohl Tradition für die Ordensbrüder eine wichtige Rolle spielt, forderte Abt Andreas Range aus Marienstatt in aller Deutlichkeit eine Reform der Kirche.

Haina (Kloster). Das feierliche Hochamt am Samstagvormittag gestalteten Mönche aus den Zisterzienser-Abteien Himmerod in der Eifel und Marienstatt im Westerwald. „Wir sind hier auf ziemlich evangelischem Boden“, verwies Abt Andreas Range aus Marienstatt auf die Geschichte des Klosters, das von Landgraf Philipp im Rahmen der Reformation aufgelöst und in ein Hospital umgewandelt wurde. Zugleich sei das Hainaer Kloster aber auch ein ökumenischer Ort. Denn als die Zisterzienser vor 800 Jahren mit dem Bau der großen Kirche und des Klosters begannen, gab es noch keine Trennung der Christenheit zwischen katholisch und evangelisch. Und auch zur Messe hatten sich nicht nur Katholiken eingefunden.

In seiner Predigt kritisierte Abt Andreas, dass die Kirche noch immer getrennt sei. „Dabei leben wir in einer Zeit, in der so viele Christen verfolgt und getötet werden wie noch nie.“ Er forderte: „Es darf nur noch eine Christenheit geben.“ Die Zerrissenheit innerhalb der christlichen Kirche sei nicht Jesu Wunsch gewesen.

Zugleich war die Messe aber auch eine Rückbesinnung auf die Historie und Tradition der Zisterzienser. Die lateinischen Gesänge der Mönche, die während des Hochamtes erklangen, sind die gleichen, die die Zisterzienser in den ersten Jahrhunderten der Hainaer Klostergeschichte in diesen Mauern gesungen hatten.

Die Einladung an die Zisterzienser-Mönche aus Marienstatt und Himmerod hatte der Verein „Freunde des Klosters Haina“ anlässlich der Feierlichkeiten zum Jubiläum „800 Jahre Grundsteinlegung“ ausgesprochen. Vorsitzender Peter Lein hatte die Ordensbrüder und die Gemeinde in der Klosterkirche begrüßt.

(Von Andrea Pauly)

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