Tretroller erleichtert Pflegern die Arbeit

Auf zwei Rädern durchs Seniorenheim

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Monika Koch und ihre Kolleginnen fahren im Nachtdienst mit dem Tretroller durchs Battenberger Seniorenzentrum am Burgberg.Foto: Mark Adel

Battenberg - 150 Meter lang sind die Flure im DRK-Altenzentrum am Burgberg. Wohnbereichsleiterin Monika Koch und ihre Kolleginnen sind aber flott bei den Seniopren: Im Nachtdienst benutzen sie vier Tretroller.

Monika Koch kam vom früheren Seniorenheim am Wingertsberg an den Burgberg und bemerkte schnell, dass die Wege zu den Bewohnern in dem neuen Gebäude viel weiter sind. „Ich hatte nie Probleme mit den Beinen, aber das habe ich schnell gemerkt.“ Nach dem Vorbild großer Firmen wie Viessmann, wo Angestellte weite Wege mit Fahrrädern zurücklegten, testete sie im Nachtdienst einen Roller - und war begeistert.

Heimleiterin Daniela Ernst musste allerdings gemeinsam mit Betriebsrat, Sicherheitsbeauftragtem und DRK-Geschäftsführung erst einige bürokratische Hürden überwinden. Wegen der Arbeitssicherheit mussten die Roller unter anderem mit einer zweiten Bremse ausgestattet werden. Außerdem bekamen die Fahrzeuge neue, weiße Reifen, die auf dem Fußboden keine Spuren hinterlassen.

„Bis zur Genehmigung hat es ein halbes Jahr gedauert“, berichtet Daniela Ernst. Bei den Rollern handelt es sich um spezielle Sportgeräte für Erwachsene mit einem Gewicht zwischen 20 und 100 Kilogramm. Im Körbchen am Lenker können Utensilien wie Blutdruckmesser oder Handschuhe mitgeführt werden.

Die Berufsgenossenschaft verlangte die Einhaltung bestimmter Regeln. So dürfen die Pflegerinnen nur auf der gegenüberliegende Seite fahren. Das soll Zusammenstöße verhindern, wenn die Bewohner die Türen öffnen.

Ernst kennt in der Region kein weiteres Seniorenheim, in dem vier je 170 Euro teuren Dienstroller genutzt werden. Auf jedem Flur steht ein Fahrzeug. Die Zweiräder dürfen nur nachts genutzt, weil dann besonders weite Wege zurückgelegt werden und tagsüber zu viel Betrieb auf den Gängen herrscht. Zwischen den zwei am weitesten auseinander liegenden Zimmern sind es 250 Schritte. Drei Mitarbeiterinnen betreuen in den Nachstunden 120 Bewohner. Ertönt die Klingel, weil ein Bewohner Hilfe benötigt, seien die Pflegerinnen sogar schneller bei den Senioren, sagt Monika Koch, die den Wohnbereich „Beerberg“ leitet.

Doch das Tempo ist nicht ausschlaggebend. „Es gibt Nächte, in denen ist man viel unterwegs.“ Und dann merken die Mitarbeiterinnen jeden Meter, den sie nicht laufen müssen. (da)

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