Auch Allendorf stimmt für gemeinsamen Standesamtsbezirk mit Bromskirchen

Zwei wachsen zusammen

Trauung: Eheschließungen, wie auf diesem Symbolbild zu sehen, sind auch künftig in beiden Gemeinden möglich. Archivfoto: dpa

Allendorf-Eder. Die Standesämter der beiden Gemeinden Allendorf-Eder und Bromskirchen werden zusammengelegt. Nachdem das Bromskircher Parlament bereits im Februar grünes Licht gegeben hatte (HNA berichtete), hat nun auch das Allendorfer Parlament unisono, bei einer Enthaltung, seine Zustimmung erklärt. Wirksam wird die Zusammenlegung zum 1. April.

Eine Zahl sagt eigentlich alles: In den letzten 20 Jahren hat es nach Auskunft der Verwaltung in Bromskirchen genau eine dort zu beurkundende Geburt gegeben. Gleichwohl muss die Bromskircher Gemeindeverwaltung – eine der kleinsten in Hessen – zumindest einen Standesbeamten und zwei Vertreter vorhalten.

Ab Februar wird die Bromskircher Standesbeamtin ihre Arbeit von Allendorf aus erledigen und die dortige, personell unterbesetzte Verwaltung verstärken. Die Standesbeamtin erhält dafür ein zusätzliches Kontingent von zehn Wochenstunde. Ihre derzeitige halbe Stelle wird auf eine 0,75-Stelle aufgestockt.

Bromskirchen spart durch diese Regelung etwa 5000 Euro im Jahr, während in Allendorf nach Angaben von Bürgermeister Claus Junghenn „keine nennenswerten Mehrausgaben zu erwarten“ sind. Eingespart werden auf jeden Fall jährliche Aus- und Fortbildungskosten von etwa 250 Euro.

Für die Menschen in Bromskirchen soll sich durch die neue Regelung wenig ändern. Anträge werden auch künftig in der dortigen Gemeindeverwaltung entgegen genommen und täglich mit dem Postaustausch nach Allendorf weitergeleitet. Eilige Anträge, etwa die Beurkundung eines Sterbefalls, müssten in Allendorf erledigt werden. Darum kümmern sich jedoch fast ausnahmslos die Bestattungsunternehmen.

Wer heiraten möchte, muss dafür künftig seinen Antrag in Allendorf stellen, kann aber weiterhin in Bromskirchen getraut werden. Auf Wunsch sogar durch Bürgermeister Karl-Friedrich Frese.

Vorgesehen ist, die Standesamtsbücher (heute elektronisch) nach Allendorf zu geben. Die historischen Familien-Zweitbücher sollen im Bromskircher Gemeindearchiv bleiben.

Erfahrungen sammeln

„Ich sehe das als ersten Schritt“, sagte der Allendorfer Bürgermeister Claus Junghenn. Zunächst sei es geplant gewesen, nur noch einen Standesamtsbezirk für alle vier Kommunen des oberen Edertals einzurichten. In den nächsten zwei Jahren sollten Erfahrungen gesammelt werden. „Dann können wir über den nächsten Schritt diskutieren.“

Von Thomas Hoffmeister

Quelle: HNA

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