Parlament Gemünden

Zwei weitere Standorte für Windräder

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Die roten Flächen markieren mögliche weitere Standorte für Windkraftanlagen bei Gemünden, links der „Alte Scheid“, wo zwei Windräder gebaut werden könnten, rechts die Erweiterung des nördlich darüber liegenden „Graurücks“ mit Platz für bis zu drei Windräd

Gemünden. - Aus den geplanten acht Windrädern bei Schiffelbach könnten elf werden - oder sogar dreizehn: Denn in einem angrenzenden Waldstück wäre der Bau von zusätzlichen Windenergieanlagen möglich. Außerdem gibt es eine weitere Fläche, die als Standort für Windräder in Frage kommt.

Die Stadt Gemünden und die Waldinteressenten Schiffelbach planen gemeinsam einen Windpark auf dem Graurück. Dort könnten bis zu acht Windräder aufgestellt werden. Vertragspartner und Betreiber ist die Verbands-Energie-Werk Gesellschaft für Erneuerbare Energien mbH (VEW), eine Tochter der Energie Waldeck-Frankenberg (EWF).

Das Projekt hat bei zehn Anlagen ein Investitionsvolumen von 40 bis 45Millionen Euro. Kommt es zur Umsetzung, werden im Windpark mehr Kilowatt-Stunden Strom erzeugt, als die gesamte Stadt Gemünden verbraucht, sagt Bürgermeister Frank Gleim.

Die Stadt und die Waldinteressenten treten bei dem Projekt als Verpächter auf. Die Pachteinnahmen orientieren sich an den Einspeisewerten. Gleim nennt als mögliche Einnahmen allein aus den Mindestpachtzahlungen je nach Anzahl der Windräder etwa 80.000 bis 110.000 Euro jährlich. Hinzu kommt die Gewerbesteuer, die zu 100 Prozent in der Stadt Gemünden bleibt.

Das Potential für einen Windpark geht aber über den bisherigen Planungsraum hinaus: Südlich des vorgesehenen Windparks befindet sich ein knapp 100 Hektar großes Waldstück, auf dem drei weitere Windräder Platz hätten. Das Gelände an der südöstlichen Gemarkungsgrenze, das ebenfalls den Waldinteressenten gehört, wird auf der einen Seite vom durch einen Taleinschnitt fließenden Schiffelbach eingegrenzt, auf der anderen Seite vom Wartburgpfad. Wegen der direkten Anbindung zum geplanten Windpark am „Graurück“ wurde es bei den bisher erfolgten Voruntersuchungen bereits betrachtet.

Ganz neu hingegen ist ein Abschnitt, der im Rahmen des Entwurfes für die Regionalplanung als möglicher Windrad-Standort genannt wird: der „Alte Scheid“. Das Waldstück, das der Stadt gehört, liegt südlich von Gemünden an der Grenze zu den Gemarkungen Heimbach und Wohratal. Auf dem 20 Hektar großen Abschnitt könnten zwei weitere Windenergieanlagen gebaut werden. Dort haben aber noch keinerlei Untersuchungen stattgefunden. Ob dort tatsächlich weitere Windräder errichtet werden könnten, ist deshalb noch völlig offen. Zunächst müssen die Stadtverordneten darüber entscheiden, ob auch diese Flächen untersucht werden sollen. Sie beraten heute Abend im Rahmen der Stadtverordnetenversammlung ab 20 Uhr im Bürgerhaus auch über die Erweiterung des bestehenden Windparks nach Süden.

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