Gratis WCs

Autobahn: Politiker fordern kostenlose Toiletten

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Wer „mal muss“ darf an einigen Autobahnraststätten 70 Cent für die Benutzung zahlen. Ist das zuviel? 

Wer mal dringend aufs Klo muss, darf an vielen Autobahn-Raststätten zahlen. Ohne Kleingeld bleibt der Zutritt zum WC versperrt. Dieser Zustand nervt Politiker. Sie fordern jetzt Gratis-WCs für alle.

Eine kurze Pinkelpause kostet an vielen deutschen Autobahnraststätten 70 Cent. Auch an vielen Bahnhöfen kassieren Betreiber bis zu einem Euro von Reisenden mit einem dringendem Bedürfnis ab.

In der Gebühr für die Benutzung einer Sanifair-Einrichtung ist ein Gutschein in Höhe von 50 Cent enthalten. Bei einem Einkauf gibt es diesen Geldbetrag zurück.  

Die Bundestagsfraktion "Die Linke" fordert jetzt die Bundesregierung das Geschäft mit dem Geschäft zu beenden: 

Die Bundesregierung solle einen Gesetzentwurf vorlegen oder geeignete Maßnahmen zu ergreifen, dass auf allen öffentlich zugänglichen Rastanlagen der Bundesautobahnen und auf allen öffentlichen Bahnhöfen Toiletten vorhanden sind und für die Nutzerinnen und Nutzer kostenlos zur Verfügung stehen.

Wer kein Kleingeld hat oder sich die Klo-Kosten nicht leisten kann, ist gezwungen seine Notdurft unter unwürdigen Bedingungen zu verrichten, schreibt die Bundestagsfraktion "Die Linke" in einem Antrag zur „Unentgeltlichen Nutzung der WC-Anlagen an Bundesautobahnen und Bahnhöfen“. 

Pinkel-Pause in der Natur

Kleine und große “Geschäfte“ an Parkplätzen ohne WC im Gebüsch oder im Wald zu erledigen, um sich vor Klo-Kosten zu drücken, ist übrigens keine gute Idee: Wer dabei erwischt wird, muss mit einer saftigen Strafe rechnen. Das Gesetz über Ordnungswidrigkeiten sieht bis zu 1000 Euro Bußgeld vor. 

Auch der Standstreifen auf der Autobahn ist im Stau tabu. Weder das menschliche Bedürfnis noch das Wickeln eines Kindes stellen einen Notfall im Sinne des Gesetzgebers dar. Wer aussteigt, riskiert in Deutschland ein Bußgeld von 10 Euro.  

Kein Pardon kennt in solchen Fällen die Schweizer Polizei. Ein Autofahrer musste für seine Pipi-Pause 550 Euro jüngst blechen. 

Gratis Toiletten

Wer teure Toiletten vermeiden möchte, kann nach einer kostenlosen Alternative auf der Webseite gratispinkeln.de suchen. Einen Hinweis auf der Internetseite sollten Sparfüchse trotzdem nicht überlesen. Bei vielen der aufgelisteten Toiletten sorgen Klofrauen für Sauberkeit und Ordnung. Auch wenn es demnach keine gesetzliche Verpflichtung zur Bezahlung gibt, freut sich die Dame oder der Herr sicherlich über eine kleine finanzielle Zuwendung, wenn Sie mit der Sauberkeit der Toilette zufrieden waren.

Hintergrund

1998 wurde die bundeseigene Gesellschaft „Tank&Rast“ an private Investoren verkauft. „Sanifair“ wurde als Tochtergesellschaft gegründet. Seitdem ist das Unternehmen für den Bereich der Toiletten zuständig. 2010 sind die Kosten für die Benutzung der Sanifair-Anlagen an Autobahnratstätten von 50 Cent auf 70 Cent gestiegen. Die Preiserhöhung von 20 Cent wird den Kunden seitdem nicht mehr als Gutschein zurückerstattet.

 

ml

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