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Gebrauchtwagenkauf: Fahrzeug unabhängig prüfen lassen

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Wer kein Auto-Experte ist, sollte vor dem Kauf einen interessanten Gebrauchtwagen in einer unabhängigen Werkstatt prüfen lassen.

München - Bei Interesse an einem Gebrauchtwagen sollten Kunden einen Fahrzeug-Check in Auftrag geben, denn nicht immer nennen Händler bekannte Mängel auf Anhieb. Und bereits bei der Probefahrt sichert man sich am besten ab, um Streit vorzubeugen.

Vor der Probefahrt mit einem Gebrauchtwagen sollten Kaufinteressenten mit dem Händler eine schriftliche Vereinbarung treffen. Dies sei sinnvoll, um rechtliche Sicherheit zu schaffen, sagt Florian Fischer vom ADAC. Ansonsten drohten im Schadensfall Rechtsstreitigkeiten. Viele Händler hielten entsprechende Formulare bereit, die meist allerdings eine recht hohe Selbstbeteiligung von oft 750 Euro bei der Vollkaskoversicherung enthielten. "Man kann aber versuchen, sich auf eine niedrigere Selbstbeteiligung von 200 oder 300 Euro zu einigen", so Fischer.

Bei Kaufabsichten tut der Kunde gut daran, das Wunschauto bei einem Gebrauchtwagen-Check in einer Werkstatt, die unabhängig vom Händler ist, auf Herz und Nieren prüfen zu lassen. Einer Stichprobe des ADAC zufolge nennen viele Autohändler manchen Mangel erst auf konkrete Nachfrage. Sowohl bei freien Händlern als auch bei Markenhändlern gebe es die Tendenz, Fahrzeugmängel nicht immer gleich offenzulegen.

Ein Technik-Check an unabhängiger Stelle kostet Fischer zufolge je nach Fahrzeug zwischen rund 60 und 150 Euro. Als Faustregel für angemessene Kosten gelten ein bis zwei Prozent des Kaufpreises. Diese Ausgaben könne man bei Kaufabschluss oft wieder heraushandeln.

Der Stichprobe zufolge, die der ADAC in Berlin, Hamburg, München, Köln, Stuttgart und Dresden unter insgesamt 20 Markenhändlern und 16 freien Autohändlern durchführte, gibt es große Qualitätsunterschiede. Die Markenhändler zeigten sich serviceorientierter und boten öfters instand gesetzte Fahrzeuge an als die freien Kfz-Händler. Projektleiter Fischer führt das darauf zurück, dass freie Händler oft über keine eigene Werkstatt verfügten und auf die vergleichsweise teure Instandsetzung durch Dritte verzichteten. "Sie nehmen oft nur eine Augenscheinprüfung vor", so Fischer. Auf diese Weise entdeckten sie manchen Mangel erst gar nicht.

dpa

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