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Spielzeuge der Superreichen: Auto-Premieren in Pebble Beach

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Diesen McLaren darf nicht jeder kaufen: Wer einen der 30 angekündigten P1 GTR mit rund 735 kW/1000 PS haben möchte, muss schon einen normalen P1 bestellt haben.

Monterey - Die Nachfrage nach Luxusautos steigt, die Nobelmarken beflügeln das mit immer neuen Kleinserien und Sondermodellen, für die sie zum Teil eigene Tochterfirmen gründen.

Welche Blüten das treibt, zeigte sich beim Concours d'Elegance in Pebble Beach.

Vor dem Hotel stehen drei Ferraris, zwei Lamborghinis und vier Bentleys. An jeder zweiten Straßenecke begegnet man einem Rolls-Royce. Und sechs verschiedene McLaren P1 sieht man auch nicht alle Tage. Willkommen auf der Halbinsel Monterey in Kalifornien beim Concours d'Elegance von Pebble Beach.

Zwar dreht sich bei dem Auto-Schönheitswettbewerb auf dem Golfplatz, der Mitte August zum 64. Mal ausgetragen wurde, eigentlich alles um die edelsten Oldtimer der Welt. Doch wo reiche Sammler und leidenschaftliche Autoliebhaber zusammenkommen, halten die Hersteller mit neuen Supersportwagen und Luxusmodellen nicht hinter dem Berg.

Bugatti etwa hat am Concours-Wochenende den fast drei Millionen Euro teuren Veyron "Ettore Bugatti" enthüllt. Der auf drei Exemplare limitierte Wagen mit poliertem Aluminium am Bug und schwarzem Sicht-Carbon am Heck schließt die "Legenden"-Reihe ab, mit der die VW-Tochter sechs Persönlichkeiten aus der Markengeschichte ehrte.

Ähnlich exklusiv und teuer wie der 882 kW/1200 PS starke Bugatti ist der McLaren P1 GTR. Dieser Supersportler bekommt laut Projektleiter Paul Mackenzie für den Einsatz auf der Rennstrecke eine schnittigere Karosserie, wird um 100 Kilogramm erleichtert und fährt mit einem rund 735 kW/1000 PS starken Plug-in-Hybridantrieb. Wer ab Sommer 2015 eines der etwa 30 Exemplare haben möchte, muss nicht nur knapp 2,5 Millionen Euro überweisen, sondern schon mit einer guten Million in Vorlage gegangen sein: Kaufen darf den P1 GTR nur, wer schon einen normalen P1 bestellt hat, erlärt Mackenzie.

Aber im Wesentlichen geht es beim Concours d'Elegance ja um Oldtimer - und da passt eine Pebble-Beach-Premiere von Jaguar wohl am besten: Neben dem auf 250 Exemplare limitierten und etwa 170000 Euro teuren Project 7 auf Basis des F-Type Cabrio und dem 404 kW/550 PS starken Range Rover Sport SVR als stärkstem Geländewagen in der Geschichte der Schwestermarke Land Rover stellte Jaguar den Lightweight E-Type vor.

Als Nachbau eines legendären Rennwagens von 1963 schlägt der 250 kW/340 PS starke und dank einer Aluminium-Konstruktion nur rund eine Tonne schwere Zweisitzer die Brücke zwischen Neuwagen und Klassiker. Und der Wagen erfüllt auch sonst alle Kriterien, die in Pebble Beach wichtig sind: Mit nur sechs geplanten Exemplaren ist er sehr selten und mit einem Preis von knapp zwei Millionen Euro extrem teuer.

Doch im Grunde genommen sind all diese Neuheiten keine ganz neuen Modelle: Der McLaren P1 GTR ist wie der ebenfalls beim Concours enthüllte Lamborghini Huracán Super Trofeo mit 456 kW/620 PS, Heckantrieb und noch schärferer Carbon-Karosse die Rennversion eines Serienmodells. Der Jaguar ist ein nachgebauter Oldtimer, der Range Rover eine Motorvariante und der Bugatti ein Sondermodell, mit dem der Veyron so langsam auf die Zielgerade geht. "Aber hier ein bisschen mehr Leistung, dort etwas mehr Luxus und vor allem eine möglichst kleine Produktionszahl - das reicht, um sich von seinen Bekannten im Golf-Club abzuheben und für Aufsehen zu sorgen", sagt Alain Squindo vom Auktionshaus RM.

Squindo glaubt, dass es solche Modelle sind, mit denen seine Branche in drei oder vier Jahrzehnten ähnliche Rekorderlöse erzielen wird wie in diesem Jahr mit vielen Kleinserien-Sportwagen aus den 60er Jahren. Seine Kollegen von Bonhams etwa haben einen Ferrari 250 GTO von 1962 für 38,1 Millionen Dollar versteigert und damit den höchsten Auktionspreis aller Zeiten erzielt. Das Auto ist ein Mix aus Straßen- und Rennwagen. Und es wurde keine 40 Mal gebaut.

dpa

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