BMW stellt Elektromodelle vor

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Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer mit den neuen BMW-Elektromodellen i3 und i8.

München - Der BMW i3 feierte als seriennahe Studie auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt Premiere. Auch vorgestellt wurde der Hybrid-Sportwagen i8.

Vier Sitze, 3,85 Meter kurz und im Alltag bis zu 160 Kilometer Reichweite: Das sind die ersten konkreten Daten zum elektrischen Stadtwagen von BMW. 2013 soll er in den Handel kommen, teilte der Hersteller mit. Das erste voll elektrische Fahrzeug von BMW wird 1,54 Meter hoch und 2,01 Meter breit sein. Der Wagen bekommt gegenläufig angeschlagene Hintertüren für den leichteren Einstieg und bietet trotz der im Heck untergebrachten Antriebstechnik noch 200 Liter Kofferraum. Weil die Karosserie aus Karbon besteht, liegt das Gewicht trotz der schweren Akkus mit 1250 Kilogramm ungefähr auf Kleinwagenniveau.

Angetrieben wird der i3 von einem Elektromotor mit 125 kW/170 PS. Er soll den Wagen in 3,9 Sekunden auf Tempo 60 beschleunigen und in 7,9 Sekunden auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 150 km/h limitiert. Auf dem Prüfstand hat BMW eine Reichweite von 225 Kilometern ermittelt. Für den Alltag stellen die Bayern 130 bis 160 Kilometer in Aussicht. Danach muss der i3 für etwa sechs Stunden an die Steckdose. Mit einer Schnellladung lassen sich die rund 100 Kilogramm schweren, von Samsung und Bosch entwickelten Lithium-Ionen-Akkus binnen einer Stunde zu 80 Prozent füllen.

Bilder: Das sind die BMW-Elektromodelle

Das sind die BMW-Elektromodelle

Als moderne Form des Reservekanisters plant das Unternehmen einen optionalen “Range Extender“ für den i3. Dabei handelt es sich um einen kleinen Benzinmotor, der ebenfalls im Heck montiert wird. Er treibt einen Generator an und produziert so Strom.

Der Sportwagen i8 hat zusätzlich einen Verbrennungsmotor. Das ab 2014 erhältliche Fahrzeug soll in weniger als 5 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen können und dennoch mit nur drei Litern Benzin auskommen.

Hohe Gewinnerwartungen bei BMW

Die am Freitag in Frankfurt erstmals vorgestellten Modelle müssten die im gesamten Konzern üblichen Ergebnisbeiträge bringen, sagte Vertriebschef Ian Robertson bei der Präsentation. Zur Markteinführung werde man sich zunächst auf die städtischen Ballungsräume der Welt konzentrieren. Das Unternehmen nannte erneut keine Preise und keine Planzahlen für die Produktion in Leipzig. Dort werden laut BMW rund 400 Millionen Euro investiert und 800 Arbeitsplätze geschaffen.

Der Absatz ab 2013 hänge von vielen Faktoren ab, die nicht im Einfluss des Unternehmens stünden, sagte Robertson. Unter anderem müsse man die gesetzlichen Verkehrsregulierungen in den Ballungsräumen abwarten. Man sei aber in der Lage, auf die Nachfrage jederzeit äußerst flexibel zu reagieren. Letztlich entscheide der Kunde über die Zahl der produzierten Automobile. BMW prüft für die Elektromodelle neue Vertriebswege über das Internet und denkt über Carsharing-Konzepte nach.

BMW-Chef Norbert Reithofer betonte die klimaneutrale Produktion der neuen Modelle. Sie seien im Unterschied zu den bislang angebotenen Elektroautos keine Umbauten konventioneller Modelle. Er sei stolz auf dieses Projekt. “Dahinter stecken echter Pioniergeist und geballte Innovationskraft“, sagte der Vorstandschef.

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) lobte BMW für die geleistete Entwicklungsarbeit, die mit der Verwendung von Kohlefaser als Werkstoff im Fahrzeugbau neue Maßstäbe setze. Er sei stolz darauf, dass sich in seiner Amtszeit die Anstrengungen der Industrie zur Elektromobilität voll entfaltet hätten. Noch vor wenigen Jahren habe bei dem Thema “Tristesse“ geherrscht. “Aus der Selbstbescheidenheit ist der Glaube an das eigene Können geworden.“ Ramsauer sprach sich erneut gegen staatliche Kaufprämien zur Unterstützung des Absatzes aus. “Mir ist es lieber, das Produkt fasziniert aus sich selbst heraus.“

dpa

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