Weltklimagipfel in Cancún

2010 wird heißestes Jahr seit Beginn der Temperaturmessung

- Im globalen Durchschnitt war das Jahr 2010 besonders heiß - allerdings nicht in Deutschland, berichtet die Weltwetterbehörde auf dem Weltklimagipfel in Cancún. Begleiterscheinungen des Temperaturanstiegs waren heftige Monsun-Regenfälle in Pakistan, verheerende Waldbrände in Russland und Dürren in der Amazonasregion.

Die Jahre 2001 bis 2010 stellen nach Angaben der Weltwetterorganisation WMO einen neuen Hitzerekord auf. Sie seien das wärmste je gemessene Jahrzehnt, berichtete die WMO am Donnerstag (Ortszeit) auf dem Weltklimagipfel im mexikanischen Cancún, wo über 190 Staaten um den künftigen internationalen Klimaschutz ringen. 2010 werde höchstwahrscheinlich eines der drei heißesten Jahre seit Beginn der Messungen 1850.

In Deutschland und eng begrenzten anderen Regionen der Erde, sei das Jahr 2010 jedoch relativ kühl gewesen, vermerkt die WMO. Für einige Länder Europas wie Deutschland, Großbritannien und Frankreich werde 2010 wahrscheinlich das kälteste Jahr seit 1996. Ursache sei insbesondere der vergangene Winter mit seinen tiefen Temperaturen. Auch in Teilen Sibiriens, Südamerikas, Ostchinas und im Südosten der USA seien die Temperaturen relativ niedrig gewesen. Besonders stark hätten sich 2010 dagegen Afrika sowie Teile von Asien, der Arktis und Kanadas erwärmt.

Gleichzeitig mit der Erderwärmung verzeichnet die WMO zahlreiche Unwetterkatastrophen: Heftige Monsun-Regenfälle führten in Pakistan zur schlimmsten Überflutung in der Geschichte des Landes. Mehr als 1500 Menschen starben, 20 Millionen Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Extrem starke Regenfälle gab es zudem in Indien und Teilen Chinas. Allein in der Gansu-Provinz seien 1400 Menschen gestorben.

Die WMO erwähnt aber auch die Fluten vom Mai in Ostdeutschland, der Slowakei und Polen. Deutschland hat zudem seinen regenreichsten August seit Beginn der Aufzeichnungen erlebt.

Die Hitzewelle in Russland hat nicht nur zu verheerenden Waldbränden und Ernteausfällen geführt. In Moskau, wo es im Juli 7,6 Grad heißer als gewöhnlich war, starben tausende Menschen.

Extreme Dürren gab es in der Amazonasregion und im Südwesten Chinas. In der Arktis wurde im Sommer die drittkleinste je gemessenes Eisfläche verzeichnet.

dpa

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