Naturschutzbund

300.000 Amseln an Usutu-Virus gestorben

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Rund 300.000 Amseln sind in Deutschland dem Usutu-Virus zum Opfer gefallen.

Berlin - Das Usutu-Virus greift in Deutschland um sich und rafft Hunderttausende Amseln dahin. Der Naturschutzbund spricht von einem Risiko für die Vögel, Grund zur Panik sieht er aber nicht.

Rund 300.000 Amseln sind dem Naturschutzbund (Nabu) zufolge im vergangenen Jahr in Deutschland dem tropischen Usutu-Virus zum Opfer gefallen. „Die Zahlen zeigen, dass das Risiko für Amseln in bestimmten Regionen groß, aber bundesweit nicht bestandsgefährdend ist", sagte Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller am Freitag in Berlin. Die Experten hatten Daten von Vogelzählaktionen aus den vergangenen sieben Jahren ausgewertet.

Das Ausbruchsgebiet des aus Afrika stammenden Virus umfasse derzeit die Rheinebene von Freiburg im Breisgau bis Köln und das Maintal aufwärts bis Frankfurt am Main und Hanau, teilte der Verein mit. Ausgebrochen war das Virus im Sommer 2011 am nördlichen Oberrhein. Die Amsel ist den Angaben zufolge die in Deutschland am weitesten verbreitete Vogelart - Schätzungen zufolge leben im Bundesgebiet 8 bis 16 Millionen Brutpaare.

Infizierte Vögel wirken laut Nabu unkoordiniert und haben kahle Stellen an Kopf und Hals. Warum vor allem die Amseln betroffen sind, ist den Experten zufolge unklar - auch wie sich das Usutu-Virus in Zukunft auf die Bestände auswirken wird. „Die Ausbreitung des Virus sollte allerdings kein Grund zur Panik sein. Wir können davon ausgehen, dass die Amseln zunehmend resistent gegen den Erreger werden", betonte Nabu-Bundesgeschäftsführer Miller. Dadurch würden die Massensterben von Jahr zu Jahr weniger extrem ausfallen.

Usutu-Viren können auf Menschen übertragen werden. Eine solche Infektion war Ende August in Deutschland erstmals bei einem Mann aus dem hessischen Groß-Gerau nachgewiesen worden. Der Verlauf ist beim Menschen meist harmloser als bei Vögeln, es können Hautausschläge und Kopfschmerzen auftreten - im schlimmsten Fall eine Gehirnentzündung. Schwere Verläufe wurden bei Älteren und Immunschwachen beobachtet.

dpa

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