Nachrichten-Website von Google in Spanien geschlossen

+
Mit dem "Aus" für Google News Spanien macht der US-Konzern klar, dass er auch vor drastischen Maßnahmen nicht zurückschreckt. Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Madrid (dpa) - Google hat seine spanische Nachrichten-Website wie angekündigt wegen der geplanten Abgabe für die Anzeige von Text-Auszügen geschlossen. Der Internet-Konzern nahm am Dienstag seinen Dienst Google News in Spanien vom Netz.

Der Suchmaschinen-Riese begründete die Schließung mit der Verabschiedung einer Gesetzesreform, wonach News-Aggregatoren wie Google in Spanien grundsätzlich eine Gebühr an Verlage und Autoren zahlen müssen, wenn sie Auszüge aus deren Texten anzeigen.

Das Gesetz tritt zum 1. Januar in Kraft. Allerdings ist bislang noch unklar, wie hoch die Abgabe sein soll und auf welchem Weg sie eingezogen werden soll. Google betont, dass die News-Seite keine eigenen Einnahmen einbringe und daher nicht mit einer Abgabe belegt werden dürfe.

In Deutschland hatte mehrere Medienhäuser vergeblich versucht, Google auf Basis des Leistungsschutzrechts zu Lizenzverhandlungen für die Verwendung von Verlagsinhalten zu bewegen. Sie willigten zunächst in eine Gratis-Verwertung ein, nachdem Google ankündigte, künftig nur noch Überschriften anzuzeigen.

Der Streit geht aber weiter. Die Verleger betonten, dass Google News für sie ein wichtiger Kanal sei, um Internet-Nutzer auf ihre Websites zu bringen. Zugleich wurde aus ihrem Lager Google der Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung vorgeworfen.

Mitteilung von Google - Spanisch und Englisch

Kommentare