Sachsen-Anhalt

Archäologen entdecken Elfenbeinwerkstatt aus der Steinzeit

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In Breitenbach bei Zeitz haben Archäologen eine Jahrtausende alte Elfenbeinwerkstatt entdeckt.

Halle - Eine neu entdeckte Elfenbeinwerkstatt aus der Steinzeit bietet Archäologen einen bislang seltenen Einblick in das Alltagsleben der Menschen vor 35.000 Jahren. Der Fund weist darauf hin, dass die Menschen zu dieser Zeit bereits Räume genutzt haben.

In Breitenbach bei Zeitz konnten die Wissenschaftler nachweisen, dass die damaligen Bewohner für ihre Arbeit mit Elfenbein speziell abgegrenzte Bereiche eingerichtet hatten - einen, in dem die Elfenbeinstücke aufgespalten wurden, und einen anderen, in dem geschnitzt und der Abfall gelagert wurde. Dies sei die älteste, bisher gefundene Elfenbeinwerkstatt der Welt, teilte das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie am Dienstag mit.

Ähnliche Funde aus dieser Zeit seien meist in Höhlen gemacht worden - in einer Umgebung also, die die Menschen im Gegensatz zu der steinzeitlichen Siedlung in Breitenbach nicht selbst hätten gestalten können. Dieser Fund nun lasse darauf schließen, dass die Menschen zu dieser Zeit - anders als die Neandertaler vor ihnen - bereits Konzepte zur Raumnutzung hatten.

Breitenbach gilt als größte bislang bekannte Fundstelle aus der Jüngeren Altsteinzeit (Jungpaläolithikum). Seit 2009 wird dort im Zuge eines internationalen Projekts gegraben. Beteiligt sind außer dem Landesamt auch Archäologenteams aus Mainz, Leiden (Niederlande), Wien, Tübingen und Köln.

dpa

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