Neurogenetik

Ausschalten eines Gens bei Mäusen beeinflusst Haarfarbe und Fell

- Das Ausschalten eines Gens beeinflusst bei Mäusen offensichtlich die Farbe des Fells und das Gehirn gleichzeitig. Das haben Hamburger Wissenschaftler bei Versuchen mit Mäusen herausgefunden.

„Mit der Änderung der Fellfarbe hatten wir nicht gerechnet“, sagte Prof. Matthias Kneussel vom Institut für Molekulare Neurogenetik am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.

Die Forscher hatten bei Mäusen das Gen für das Eiweiß Muskelin ausgeschaltet, um dessen Funktion beim Transport von Stoffen in Nervenzellen zu untersuchen. Ergebnisse: In bestimmten Hirnregionen, die mit Lernen und Gedächtnis in Verbindung gebracht werden, änderten sich daraufhin Hirnströme. Zudem wurden die zunächst schwarzen Tiere nach einigen Wochen schokobraun. Das Team um Kneussel und Frank Heisler vom UKE präsentiert die Ergebnisse im Fachjournal „Neuron“.

Die Änderung der Fellfarbe könne durch einen gestörten Transport von Pigmenten verursacht worden sein, vermutet Kneussel. Neben einem besseren Verständnis von Lernstörungen könnten diese Ergebnisse möglicherweise daher auch zu neuen Erkenntnissen führen, warum Haare grau werden, und therapeutische Ansätze liefern, um vorzeitiges Ergrauen verhindern.

„Mit Muskelin haben wir ganz offensichtlich einen Schlüsselfaktor für die Funktion unterschiedlicher Gewebe identifiziert“, sagte Heisler. Um den Transport von so genannten GABA-Rezeptoren zu untersuchen, hatten die Forscher am UKE Mäuse gezüchtet, bei denen das Muskelin-Gen von Anfang an gezielt abgeschaltet war. Die Wissenschaftler machten noch keine Tests zum Verhalten der Tiere.

dpa

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