Präparierte Tiere

Berliner Zoo-Pandas kommen ins Museum

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Foto: Der verstorbene Panda Bao Bao wird präpariert. Die ausgestopften Pandabären werden vom 13. bis zum 31. Juli 2015 im Museum für Naturkunde Berlin ausgestellt

Berlin - Schwarz-weiß und selten.Ansonsten sind Pandabären vor allem für ihre Vorliebe für Bambus bekannt. Mehr Wissen will eine Schau in Berlin vermitteln – mit präparierten Zoo-Pandas.

Einst waren sie Publikumsmagneten im Berliner Zoo: Die beiden verstorbenen Pandas Bao Bao und Yan Yan kehren als Exponate in die Öffentlichkeit zurück. Zu sehen sind Präparate und Skelett-Modelle beider Tiere in der Sonderausstellung „PANDA“ im Naturkundemuseum. Sie wurden eigens für die Schau gefertigt. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) wird die Ausstellung am Montagabend eröffnen. Gezeigt werden soll auch Sammlungsmaterial aus Berlin und Paris.

Bao Bao war Berlins letzter Panda. Als Geschenk der chinesischen Regierung an den damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt wurde das Tier zu einer der Zoo-Attraktionen. Bao Baos Fell bewahrte das Museum seit dessen Tod 2012 auf. Die Pandabärin Yan Yan war 1995 als Leihgabe aus China nach Berlin gebracht worden. Seit ihrem Tod 2007 hatte das Naturkundemuseum das Tier auf Eis gelagert. Zuchtversuche bei beiden Tieren waren gescheitert.

Künftig will das Museum auch chinesische Kollegen in Präparationstechnik schulen. Diese sei in China zwar begehrt, aber wenig verbreitet, hieß es in einer Mitteilung. Experten zerlegen dabei verstorbene Tiere und konservieren einzelne Bestandteile wie Felle und Knochen. Auf einen modellierten Kunststoffkörper wird schließlich das Tierfell gezogen. Der Vorgang dauere insgesamt etwa sechs Wochen, wie eine Museumssprecherin sagte.

Mitte Juli sollen Präparat und Skelett-Modell von Leih-Panda Yan Yan aus der Ausstellung verabschiedet und an China zurückgegeben werden. Medienberichte, wonach der Berliner Zoo daraufhin wieder Pandas erhalten soll, wurden bislang nicht bestätigt. Man werde „zu gegebener Zeit in Verhandlung mit China treten“, sagte eine Zoo-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Tierschützer sprechen sich seit längerem gegen die Haltung von Pandas im Berliner Zoo aus.

Pandas zählen nach Angaben der Umweltstiftung WWF zu den am meisten gefährdeten Tierarten. Im Südwesten Chinas leben demnach noch 1600 Große Pandas. Der WWF ist neben dem Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) einer der Mitveranstalter der Ausstellung. IZW-Experten hatten die Pandas während ihrer Zeit im Zoo medizinisch betreut und nach ihrem Tod in der Pathologie untersucht.

dpa

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