Kernforschungszentrum

Cern bekommt erstmals eine Direktorin

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Foto: Fabiola Gianotti wird ab 2016 das Kernforschungszentrum Cern leiten.

Genf - Erstmals wird eine Frau dem größten Teilchenforschungslabor der Welt vorstehen. Die Italienerin Fabiola Gianotti hatte das Higgs-Teilchen im Jahr 2012 in einem spannenden Vortrag der Öffentlichkeit präsentiert.

Das Europäische Kernforschungszentrum Cern wird zum ersten Mal in seiner 60-jährigen Geschichte von einer Frau geleitet. Die italienische Physikerin Fabiola Gianotti soll die Einrichtung bei Genf von Januar 2016 an führen, wie das Cern am Dienstag mitteilte.

Gianotti hatte zuvor unter anderem die Atlas-Arbeitsgruppe geleitet, die am Teilchenbeschleuniger LHC (Large Hadron Collider) nach dem Higgs-Teilchen gefahndet hatte. Dessen Existenz hatten knapp ein halbes Jahrhundert zuvor der Brite Peter Higgs und der Belgier François Englert vorausgesagt. Nachdem ihre Theorie am Cern bewiesen wurde, erhielten die beiden Forscher 2013 den Physik-Nobelpreis.

Der Nachweis des Higgs-Bosons gilt als bedeutendster Erfolg des Kernforschungszentrums. Das Cern ist das größte Teilchenforschungslabor der Welt. Die Infrastruktur wird von mehr als 10000 Forschern aus 100 Ländern genutzt. Derzeit ist der deutsche Physiker Rolf Heuer Cern-Generaldirektor.

dpa

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