Raumschiff gestartet

China greift nach dem Mond

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Der „Jadehase“ soll für China den Mond erkunden.

Peking - China will hoch hinaus im All: Es baut eine Raumstation, ein eigenes Navigationssystem und sucht jetzt auch noch auf dem Mond nach Rohstoffen - mit Hilfe der Europäer.

China hat erfolgreich das Raumschiff „Chang’e 3“ auf den Weg zum Mond gebracht. Eine Rakete vom Typ „Langer Marsch 3B“ startete in der Nacht zum Montag Ortszeit (Sonntag MEZ) vom Raumfahrtbahnhof Xichang in der südwestchinesischen Provinz Sichuan. Die Mondsonde soll in zwei Wochen auf dem Erdtrabanten landen.

China würde damit nach den USA und der damaligen Sowjetunion die dritte Nation, die eine Mondlandung unternommen hat. Der Flug wird von Beobachtungsstationen der europäischen Raumfahrtbehörde Esa unterstützt. Zuletzt hatte die UdSSR vor 37 Jahren mit „Luna 24“ eine Sonde auf dem Mond landen lassen.

Der Start erfolgte bei „idealen Wetterbedingungen“ mit Temperaturen etwas unter null Grad und wenig Wind in Xichang, wie das Staatsfernsehen berichtete. Die vier Zusatztriebwerke und die Raketenstufen trennten sich nach dem Start problemlos von der Rakete. Alle Systeme funktionierten „normal“, berichtete die Bodenkontrolle.

Die Landung auf dem Mond und das Mondfahrzeug werden über zwei chinesische Stationen in Kashi im äußeren Westen Chinas sowie im nordöstlichen Jiamusi ferngesteuert. Über die Esa-Antennen in Ceberos in Spanien und in New Norcia in Australien werden dann Messungen vorgenommen, um den Chinesen zu helfen, präzise den genauen Standort der Mondfähre zu bestimmen. Eine Rückkehr mit Gesteinsproben zur Erde plant China allerdings erst bei künftigen Mondlandungen.

Es ist der 25. Start einer Rakete vom Typ „Langer Marsch 3B“. Mit mehr als drei Metern Durchmesser und 56 Metern Höhe ist die Rakete das bislang tragfähigste Modell der chinesischen Flotte. Die Raumschiffe des Mondprogramms sind nach der legendären chinesischen Mondfee „Chang’e“ benannt. Nach einer Online-Umfrage erhielt das Mondfahrzeug den Namen ihres „Jadehasen“, mit dem sie der Legende nach auf dem Mond hockt.

Die Sonde wird anders als frühere Mondfähren der USA und der Sowjetunion etwa 100 Meter über der Oberfläche schweben können, um Hindernissen ausweichen und den geeigneten Landeplatz aussuchen zu können. „Chang’e“ sei mit präzisen und schnell reagierenden Sensoren ausgestattet, um Bewegung und Umgebung analysieren zu können, schrieb Xinhua. Die unter Mondbeobachtern beliebte „Bucht der Regenbogen“ sei flach, was besonders der Kommunikation dienlich sei. Auch gebe es reichlich Sonnenschein für die Solarsegel, um Strom zu produzieren.

China verfolgt ein ehrgeiziges, auch bemanntes Raumfahrtprogramm. Es plant den Bau einer Raumstation, die 2020 mit dem Auslaufen der internationalen Raumstation ISS möglicherweise der einzige bemannte Außenposten im All sein dürfte. Mit einem Satellitennetz baut China auch ein globales Navigationssystem. Außer zum Mond plant China ferner Flüge in die Tiefen des Weltraums.

dpa

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