Cloud-Dienste ersparen große Mail-Anhänge

+
Bei Diensten wie WeTransfer können große Daten auf den Firmenservern geparkt werden. Per Link können andere Nutzer sie dann abrufen. Foto: Andrea Warnecke

Viele Dateien sind zu groß, um sie im Anhang einer E-Mail zu verschicken. Abhilfe können Online-Speicher-Dienste schaffen. Dort hinterlegte Dateien können per Link für andere freigegeben werden. Eine Auswahl.

München (dpa/tmn) - Fast alle Mailanbieter haben für Dateianhänge Grenzen festgelegt. Oft liegen die recht niedrig: Wer mehr als zehn Megabyte verschicken möchte, stößt schnell an Grenzen. Muss die Datei trotzdem elektronisch versandt werden, können Cloud-Speicher-Dienste eine Alternative sein.

Dort abgelegte Dateien, können für andere Computernutzer freigegeben werden. Sie erhalten einen Link, unter der die entsprechende Datei angesehen und heruntergeladen werden kann, erklärt Manuel Masiero von der Zeitschrift "PC Magazin". Die meisten Dienste stellen zumindest Teile ihres Angebotes kostenlos zur Verfügung.

Integration: Die meisten Dienste arbeiten mit einem eigenen Ordner, der in das Dateiverzeichnis des Computers integriert wird. Das sind zum Beispiel die Dienste MegaSync, SpiderOak, Microsoft OneDrive, Copy.com, Google Drive und Dropbox. Nutzer ziehen dort die Dateien hinein, die sie anderen zugänglich machen möchten. Diese Dateien werden dann an den Server der Plattform übermittelt. Safebox arbeitet anders: Dieser Dienst läuft in seinem eigenen Programmfenster. "Allerdings gelingt die Synchronisation per Drag & Drop und funktioniert damit genauso komfortabel wie bei den anderen Diensten", sagt Masiero. Bei Anbietern wie WeTransfer können die Daten für jeden Transfer einzeln hochgeladen und per Link geteilt werden.

Sicherheit: Die Server der meisten Dienste stehen in den USA. Damit haben Nutzer dieser Dienste datenschutztechnisch das Nachsehen gegenüber Diensten, deren Server in Europa oder sogar Deutschland stehen. In Deutschland sitzen beispielsweise die Dienste MegaSync oder Safebox. Die müssen sich entsprechend an die strengeren deutschen Datenschutzrichtlinien halten. Wer mehr wissen will, sollte vor Anlegen eines Nutzerkontos die Datenschutzbestimmungen studieren.

Einige Anbieter werben darüber hinaus damit, dass sie Dateien verschlüsseln. Bei einigen Diensten findet eine Verschlüsselung aber erst statt, wenn die Daten schon beim Anbieter angekommen sind. Davor sind sie ungeschützt und lassen sich theoretisch abgreifen.

Speicherplatz: Hier gibt es die größten Differenzen zwischen den einzelnen Anbietern. Dropbox, Spideroak und Safebox bieten nur 2 Gigabyte (GB) Speicherplatz kostenlos an, bei Microsoft OneDrive und Google Drive sind es 15 GB. Besonders großzügig ist MegaSync: Ganze 50 GB stehen hier gratis zur Verfügung.

Masiero empfiehlt all diese Dienste. Welchen man letztendlich wählt, sollte vom Speicherbedarf und den persönlichen Vorlieben in Sachen Datenschutz und Sicherheit abhängen.

Der Schweizer Online-Speicherdienst Wuala stellt Mitte November den Betrieb ein. Ab sofort können Kunden keinen Speicherplatz mehr erwerben, und bestehende Konten lassen sich nicht mehr verlängern, wie das zur Seagate-Tochter LaCie gehörende Unternehmen mitteilt. Nur noch bis zum 29. September können Kunden neue Daten auf den Wuala-Servern speichern. Danach ist es nur noch möglich, Daten abzurufen, bis der Dienst am 15. November vollständig eingestellt wird und alle Daten gelöscht werden.

Bis dahin sollten Kunden deshalb alle ihre bei Wuala gespeicherten Inhalte herunterladen und auf dem Rechner, einer externen Festplatte oder bei einem anderen Online-Speicherdienst sichern. Kunden mit einem Jahresabo erhalten den Angaben zufolge in den nächsten Wochen eine automatische Rückerstattung, die zu einem Kündigungsdatum mit Wirkung vom 17. August berechnet wird.

Kommentare