Winterzählung

Deutschland gehen die Amseln aus

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Naturschützer hatten am vergangenen Wochenende zu der bundesweiten Zählung von Wintervögeln aufgerufen.

Berlin - Das tropische Usutu-Virus hat der Amsel-Population in Deutschland zugesetzt. Die ersten Ergebnisse der bundesweiten Mitmachaktion „Stunde der Wintervögel“ zeigten, dass am vergangenen Wochenende etwa ein Drittel weniger Amseln gezählt wurden als noch bei der Zählung vor einem Jahr.

„Die stärksten Rückgänge gibt es im Dreiländereck zwischen Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen und damit genau dort, wo im letzten Sommer eine Viruskrankheit zu einem Amselsterben geführt hatte“, teilte der Naturschutzbund (Nabu) am Mittwoch in Berlin mit.

Das Usutu-Virus stammt ursprünglich aus Afrika. Vor mehr als zehn Jahren wurde der Erreger erstmals bei toten Vögeln in Europa nachgewiesen. Bei Vögeln kann das Virus unter anderem zu Bewegungsstörungen und Apathie führen.

Naturschützer hatten am vergangenen Wochenende zu der bundesweiten Zählung von Wintervögeln aufgerufen. Noch bis zum kommenden Montag (16. Januar) können Tierfreunde ihre Beobachtungen an Futterhäuschen, in Gärten, auf Balkonen oder in Parks melden. Durch die Aktion erhoffen sich die Naturschützer Erkenntnisse darüber, welche Vogelarten sich in der kalten Jahreszeit in Deutschland aufhalten und wie sich der Klimawandel auf die winterliche Vogelwelt auswirkt.

Bisher seien etwa 25 000 Einsendungen mit mehr als einer Million Vogelbeobachtungen ausgewertet worden, hieß es. „Vielerorts fehlen die typischen Wintergäste aus dem Norden wie Bergfinken oder Erlenzeisige“, sagte Nabu-Vogelexperte Markus Nipkow. Grund sei der milde Winter.

dpa

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