Ausgemusterte Raumfähre

Die „Endeavour“ kriecht ins Museum

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Der letzte Weg der Raumfähre „Endeavour“ führte durch Los Angeles.

Los Angeles - Kriechender Endspurt für die „Endeavour“: Das ausgemusterte Space-Shuttle ist am Wochenende durch die Straßen von Los Angeles auf seinen Alterssitz in einem Museum zugerollt. Eigentlich war die riesige Raumfähre schon am Samstagabend im California Science Center erwartet worden, doch das komplizierte Manöver verzögerte sich bis Sonntag.

Die Aktion hatte am Freitagmorgen am Flughafen der kalifornischen Metropole begonnen. Teilweise kroch die „Endeavour“ an Bord eines Speziallaster mit zwei Stundenkilometern durch die Stadtviertel. Der „Los Angeles Times“ zufolge rechneten die Veranstalter mit einer Ankunft am Sonntagmorgen (Ortszeit).

Auf der 20 Kilometer langen Route musste das Shuttle an Hauswänden, Ampeln und Bäumen vorbeigelenkt werden. In engeren, baumbestandenen Straßen ging es nur im Schneckentempo vorwärts. Experten hatten die Route für die „Endeavour“ mit einer Spannweite von 26 Metern und dem rund 20 Meter hohen Heck monatelang ausgetüftelt.

Im September hatte sie sich auf dem Rücken einer umgebauten Boeing 747 vom Weltraumbahnhof in Cape Canaveral in Florida auf den Weg nach Kalifornien gemacht. Bei dem dreitägigen Flug drehte das Gespann Ehrenrunden über Nasa-Standorten und Städten wie Sacramento und San Francisco.

Die „Endeavour“ hatte seit ihrem ersten Start am 7. Mai 1992 insgesamt 25 Weltraum-Reisen von zusammen 299 Tagen unternommen. Sie umrundete 4671 Mal die Erde und legte dabei rund 200 Millionen Kilometer zurück. Nach dem Ende des Shuttle-Programms im Juli 2011 verteilt die US-Raumfahrtbehörde Nasa ihre Raumfähren auf Museen. Die „Atlantis“ ist Ausstellungsstück auf dem Weltraumbahnhof in Florida, die „Discovery“ im Museum in Virginia und die nie ins All geflogene Test-Raumfähre „Enterprise“ in New York.

dpa

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