US-Raumfähre

„Endeavour“ nach Abschiedsflug wieder auf der Erde

- Jetzt ist nur noch eine übrig: Nach dem Space Shuttle „Discovery“ hat auch die „Endeavour“ ihre Abschiedsmission absolviert. Der endgültige Countdown für die US-Raumfähren ist fast abgelaufen. Der Flug der „Atlantis“ setzt den historischen Schlusspunkt.

Etwa 19 Jahre nach ihrem Jungfernflug ist die Karriere der US-Raumfähre „Endeavour“ endgültig beendet. Der Space Shuttle kehrte am Mittwoch mit sechs Astronauten an Bord von seiner letzten Mission zur Erde zurück. Er landete nach 16 Tagen im All planmäßig um 8.35 Uhr MESZ auf dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida. Der Orbiter kommt nun wie die anderen Shuttle ins Museum, da die Raumfahrtbehörde Nasa ihr Shuttle-Programm einstellt. Den historischen Schlusspunkt soll der „Atlantis“-Flug im Juli setzen.

Die „Endeavour“ war am 16. Mai zur Internationalen Raumstation ISS aufgebrochen, wo die Besatzung in vier Außeneinsätzen innerhalb von gut elf Tagen wichtige Wartungs- und Reparaturarbeiten unternahm. Die Crew installierte unter anderem einen zwei Milliarden Dollar (1,39 Milliarden Euro) teuren Teilchendetektor, der Forschern in aller Welt neue Erkenntnisse über die Antimaterie und den Ursprung kosmischer Strahlen liefern soll.

Die Nasa hatte bereits am Ende der Reise begeistert von einer perfekten Mission gesprochen und die Verlässlichkeit der betagten „Endeavour“ hervorgehoben. „Ihre Leistung war nichts weniger als herausragend“, sagte LeRoy Cain, der den Abschiedsflug von der Erde aus überwachte. Vor der Abreise hatte das Schiff noch große Probleme gemacht - der Abflug musste wegen technischer Schwierigkeiten mehrfach verschoben werden.

Die „Endeavour“ ist die jüngste von insgesamt fünf für Flüge ins All eingesetzte US-Raumfähren. Sie ersetzte die 1986 explodierte „Challenger“ und bestritt seit ihrem ersten Start am 7. Mai 1992 insgesamt 25 Reisen. Nach Angaben der Nasa verbrachte sie 299 Tage im Weltraum und legte dabei 197,6 Millionen Kilometer zurück. Allein bei ihrer Abschiedsmission umrundete sie die Erde 248 Mal.

Vor allem für die Montage der ISS spielte sie in all der Zeit eine große Rolle. Zwölf Mal dockte sie an dem Außenposten der Menschheit im All an, lieferte unter anderem im Dezember 1998 das erste amerikanische Bauteil und über die Jahre wichtige Solarkollektoren, Laborteile und Beobachtungsmodule.

Künftig darf sich das kalifornische Wissenschaftszentrum über die „Endeavour“ als Ausstellungsstück freuen. Nicht weit entfernt wurden die Space Shuttle entwickelt und gebaut.

dpa

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