Kampf gegen Epidemie

EU erhöht Ebola-Hilfe

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Foto: Die Weltgemeinschaft will den Kampf gegen Ebola finanziell deutlich besser unterstützen.

Brüssel - Mehr Geld von der Weltgemeinschaft gegen Ebola – für Impfstoffe und für Afrika. In Deutschland warnen Wissenschaftler vor unbegründeter Panik. Die WHO spricht von weniger Krankheitsfällen.

Die EU stockt ihre finanziellen Hilfen im Kampf gegen die Ebola-Epidemie auf. Sie stellt weitere 280 Millionen Euro gemeinsam mit der Pharmaindustrie für die Erforschung der Krankheit bereit, wie die EU-Kommission am Donnerstag in Brüssel mitteilte. US-Präsident Barack Obama will ebenfalls mehr Geld geben. Unterdessen hat die WHO die Zahl der erfassten Ebola-Fälle leicht nach unten korrigiert. In Deutschland rechnet eine Expertenkommission demnächst mit einem Ebola-Krankheitsfall, warnt aber vor Panik.

Nach Worten von EU-Forschungskommissar Carlos Moedas soll das Geld in die Entwicklung neuer Impfstoffe und Medikamente fließen. Die Hälfte der Summe kommt aus einem EU-Programm, die andere Hälfte von der Industrie. Damit haben die EU und die EU-Staaten inzwischen mehr als eine Milliarde Euro im Kampf gegen Ebola bereitgestellt.

Auch US-Präsident Obama will mehr Geld für den Kampf gegen Ebola ausgeben. Er beantragte am Mittwoch beim Kongress in Washington zusätzliche 6,2 Milliarden Dollar (etwa 5 Mrd. Euro). Die Mittel sollten helfen, die Epidemie in Westafrika einzudämmen und die Vorbereitungen auf etwaige Fälle im eigenen Land zu verbessern, hieß es in einem Dringlichkeitsantrag. So will die Regierung mit den Geldern beispielsweise die Erforschung und Entwicklung von Impfstoffen und Arzneien gegen Ebola beschleunigen.

In Deutschland geht die Schutzkommission beim Bundesinnenministerium davon aus, dass es demnächst einen Ebola-Krankheitsfall geben wird. „Der Ausbruch einer Ebola-Epidemie hier ist aber so gut wie ausgeschlossen“, sagte der Vorsitzende der Kommission, Horst Miska, am Donnerstag. Deutschland sei gut vorbereitet auf die Behandlung.

In Deutschland sind bisher nur drei Ebola-Patienten behandelt worden, die sich in Westafrika infiziert hatten. Sie waren mit speziell ausgerüsteten Flugzeugen nach Deutschland gebracht worden. Einer der drei Patienten starb, ein zweiter ist auf dem Weg der Besserung, der dritte ist gesund entlassen.

Die Kommissionsmitglieder stellten fest, Deutschland sei auf die Bewältigung von bis zu zehn Krankheitsfällen gleichzeitig gut vorbereitet. Sollten es mehr werden, seien allerdings regionale Engpässe zu erwarten. Und zwar nicht nur bei den für Ebola-Patienten notwendigen Spezial-Behandlungsbetten, von denen derzeit nur etwa zehn kurzfristig verfügbar seien, sondern auch bei Personal und Rettungswagen. Dieses Szenario sei jedoch nur dann wahrscheinlich, falls die Ebola-Epidemie in Westafrika ein noch deutlich größeres Ausmaß erreichen sollte als bisher.

Die Gesundheitsbehörden und die Landesregierungen sollten bei ihren Notfallplänen nach Ansicht der Schutzkommission auch Extremsituationen berücksichtigen wie etwa die Erkrankung eines Menschen, der in einer Gemeinschaftsunterkunft lebt. Da Ebola bei vielen Menschen „irrationale Ängste“ hervorrufe, müsse auch darüber nachgedacht werden, wie und wo man Kontaktpersonen von Ebola-Infizierten eventuell gegen ihren Willen unter Quarantäne stellen könnte. Außerdem warnte die Kommission: „Das tatsächliche oder vermutete Auftreten von Ebola unter Asylbewerbern in Deutschland könnte soziale Spannungen hervorrufen.“

Die Mitglieder der Schutzkommission sind mehrheitlich Wissenschaftler. Sie beraten die Bundesregierung ehrenamtlich in Fragen des Zivil- und Katastrophenschutzes.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Zahl der erfassten Ebola-Fälle aktuell leicht nach unten korrigiert. Insgesamt gebe es 13.042 bestätigte oder mögliche Krankheitsfälle, teilte die WHO am Mittwoch in Genf mit. 4818 Menschen seien durch das Virus gestorben. Die Epidemie war im März in Westafrika bekannt geworden. Am stärksten sind Liberia, Sierra Leone und Guinea betroffen. Nach Angaben der WHO scheint die Zahl der Neuerkrankungen in Guinea derzeit stabil zu sein, während sie in Sierra Leone weiter steigt und in Liberia sinkt. Am vergangenen Freitag hatte die WHO noch von insgesamt 13 567 Fällen und 4951 Toten berichtet.

dpa

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