Evolutionäre Anpassungen

Forscher untersuchen tausende fossile Pferdezähne

- Das Gebiss von Pferden hat sich im Laufe der Evolution verändert. Grund für die Verformungen sind unter anderem Klimaveränderungen, wie amerikanische Wissenschaftler herausfanden. Für ihre Studie untersuchten sie die Zähne von 6500 fossilen Pferden.

Klimaveränderungen haben das Gebiss der heutigen Pferde mitgeformt. Das zeigen die Zähne 6500 fossiler Pferde, die von Wissenschaftlern des New York College of Osteopathic Medicine untersucht worden sind. Demnach hat die Höhe der Backenzahnkronen im Laufe der Zeit stark zugenommen - ein Zeichen der Anpassung an die sich damals ausbreitenden Graslandschaften. Die analysierten Zähne repräsentierten mehr als 70 ausgestorbene Pferdearten und einen Zeitraum von über 55 Millionen Jahren, heißt es im Fachjournal „Science“.

Das Team um Matthew Mihlbachler und Nikos Solounias untersuchte nicht nur die Größe, sondern vor allem den Zustand der Zähne. Durch Abnutzungen und Risse im Kauwerk konnten sie auf das damalige Nahrungsangebot der Huftiere schließen. Diese Ergebnisse verglichen sie mit Klimaveränderungen, die zu einem Wandel des Speiseplans der Pferde geführt haben: von den Früchten und Blättern des Regenwaldes zu den Gewächsen einer Graslandschaft.

Einige der ausgestorbenen Populationen hätten extrem abgeriebene Zähne, die meiste Zeit habe es jedoch nur wenige Abnutzungen gegeben. Dies weise darauf hin, dass der evolutionäre Druck, ein neues Gebiss zu entwickeln, nur gelegentlich und in kurzen Intervallen sehr groß war. Die Untersuchungen zeigen außerdem, dass sowohl die Arten- als auch die Nahrungsvielfalt der Pferde in den vergangenen Jahrmillionen stark abgenommen hat.

dpa

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