Pilotprojekt in Hessen

Forscher wollen Sonne in der Erde speichern

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Natürliche Heizung: Die Sonne bringt im Sommer viel Wärme. Die wollen Forscher auch im Winter für sich nutzen.

Darmstadt - Im Sommer ist es warm, im Winter kalt. Bei frostigen Temperaturen muss aufwändig geheizt werden. Forscher in Südhessen wollen die Wärme des Sommers nun nutzen - und Sonne in der Erde speichern.

In einem Pilotprojekt wollen Forscher in Südhessen die Wärme der Sommersonne in der Erde für den Winter speichern. Über den sogenannten geothermischen Hochtemperaturspeicher soll ein Institutsgebäude der Technischen Universität Darmstadt (TUD) in den kalten Monaten geheizt werden, teilten die beiden Projektpartner, die TUD und der Energieversorger HSE, am Donnerstag in Darmstadt mit. Kann der Erdspeicher gebaut werden, wäre es nach Angaben der Betreiber der erste seiner Art in Deutschland. Zunächst wird die Umsetzung des Projekts in Simulationen geprüft. Im Oktober soll feststehen, ob die Idee auch umzusetzen ist.

Nach einer Sanierung braucht das ausgewählte Haus noch 235 MWh (Megawattstunden) Heizenergie pro Jahr - was die Kombi aus Solaranlage und Erdspeicher leisten könnte, so die Forscher. Für den Erdspeicher ist ein Rohrsystem in bis zu 1500 Meter Tiefe geplant. Darin zirkuliert Wasser, das von der Solaranlage auf dem Dach im Sommer auf 90 Grad erhitzt wird. In der Tiefe wärmt das heiße Wasser das Gestein auf. Im Winter wird das zirkulierende Wasser durch das noch vom Sommer aufgeheizte Gestein auf 75 Grad erwärmt. Das ist nach Angaben der Forscher für die Heizung des Gebäudes ausreichend. Ohne die zusätzliche Solaranlage würde sich das Wasser in der Tiefe nur auf 25 bis 40 Grad erwärmen. Das Land Hessen fördert das Projekt mit rund 160 000 Euro.

dpa/sag

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