Mit Hilfe eines Köder-Tricks

Forscher wollen weltweit Haie zählen

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Foto: Ein großer weißer Hai schwimmt im Indischen Ozean vor Gansbaai (Südafrika).

Miami - Wie viele Haie leben in den Weltmeeren? Meeresbiologen wollen in den nächsten Jahren nachzählen. Das ist allerdings nicht so einfach. Deshalb haben sie einen speziellen Köder entwickelt.

Mit Hilfe eines Köder-Tricks wollen Meeresbiologen erstmals weltweit Haifische zählen. Dazu würden mit Ködern bestückte Unterwasser-Kameras an 400 ausgewählten Riffen der drei Ozeane angebracht, erklärte der Haifischexperte Mike Heithaus von der Florida International University in den USA. Das "Global FinPrint" genannte Projekt soll demnach bis 2018 klären, wo Haifischbestände noch gesund sind oder wo schon gefährdet. Zudem solle der Einfluss der Haie auf das Ökosystem von Riffen erforscht werden.

Weltweit werden jedes Jahr bis zu hundert Millionen Haie getötet. Zahlreiche Hai-Populationen gelten deshalb als bedroht. "Viele wissen es nicht, aber Menschen brauchen Haie", sagte Heithaus und verwies auf deren Schlüsselrolle in der Nahrungskette wie etwa zum Schutz von Seegraswiesen: Haie erhalten das natürliche Gleichgewicht, indem sie Schildkröten und Seekühe fressen.

Ohne Haie würden sich diese Arten wiederum stark vermehren und das Seegras überweiden. Seegraswiesen seien aber ein wichtiger Lebensraum und Kindergarten für Fischartren und Krabben, die wiederum von Menschen konsumiert werden, erläuterte Heithaus.

Das Projekt wird von der Familienstiftung des Microsoft-Mitbegründers Paul G. Allen mit vier Millionen US-Dollar (etwa 3,6 Millionen Euro) unterstützt. Stiftungsvertreter Dune verwies zur Begründung des Engagement auf eine Studie der Weltnaturschutzunion (IUCN), wonach für die Hälfte aller Hai- und Rochenarten Daten fehlen, um ihre jeweiligen Bestände genau einschätzen zu können.

Die Kameras sollen nun in Regionen angebracht werden, wo wenig über die jeweiligen Haifisch-Populationen bekannt ist. Dies gilt für Riffe im Indo-Pazifik, im tropischen Westatlantik, vor Süd- und Ostafrika sowie rings um Inseln im Indischen Ozean. Das Projekt soll über diese Bestandserhebungen hinaus laut Heithaus die Frage beantworten: "Was passiert in empfindlichen maritimen Ökosystemen, wenn Haie weggefangen wurden?" Dies sei eine enorm wichtige Frage: Viele Länder seien auf gesunde Riffe angewiesen, als Nahrungsquelle, für den Küstenschutz und für Einnahmen aus dem Tourismus.

afp

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