Harte Zeiten für Dino-Fans

Fossilienhalle in Washington schließt

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Foto: Die Überreste eines großen Faultieres in der Fossilienhalle des Smithsonian's.

Washington - Dinosaurier-Freunde müssen nun tapfer sein: Die beliebte Fossilienhalle des Smithsonian-Museums in Washington schließt wegen Renovierung für viele Jahre. Dafür wartet auf die Besucher danach ein wahres Ungetüm.

Das Maul mit den messerscharfen Zähnen ist bedrohlich aufgerissen. Meterhoch ragt der Dinosaurier in der großen Halle über die Köpfe der Besucher. Die Urzeitwesen begeistern nicht nur im Zeichentrickfilm, als Spielzeug oder als Menschenfresser im Kino-Schocker „Jurassic Park“: Im Smithsonian-Nationalmuseum für Naturgeschichte in Washington wird die untergegangene Welt wieder zum Leben erweckt – die berühmte Fossilienhalle lockt jährlich Millionen von Menschen, das Museum zählt zu den größten Touristenattraktionen in der US-Hauptstadt. Doch für Dino-Fans brechen nun harte Zeiten an.

Ende April wird sich die Tür zu den Urzeit-Monstern bis 2019 schließen. Seit Jahrzehnten ist die Ausstellung nicht mehr grundlegend verändert worden. Nun bekommt sie eine umfangreiche Verjüngungskur. Und auf die Experten wartet viel Arbeit: Knochen für Knochen wollen sie die Skelette abbauen, untersuchen und für die neue Ausstellung vorbereiten.

Die Sammlung des Museums umfasst laut dem Haus 46 Millionen Fossilien. Zu den neuesten Errungenschaften zählt der beeindruckende „Wankel T. rex“, eine Leihgabe. Es ist der zweite Tyrannosaurus rex des Smithsonian. Das etwa 66 Millionen Jahre alte Fossil hatte die Rancherin Kathy Wankel 1988 im US-Bundesstaat Montana gefunden. Und diese Überreste des wohl bekanntesten Vertreters der Dinosaurier haben es in sich.

Das Skelett ist zu etwa 80 bis 85 Prozent komplett – damit zählt es laut Smithsonian zu den am vollständigsten erhaltenen Überresten, die je gefunden wurden. Etwa zwölf Meter sei das tonnenschwere Fossil lang, schreibt „National Geographic“ online. In seiner ganzen Pracht aufgebaut soll das Ungetüm einmal einer der Stars der neuen Ausstellung sein. Sehen werden ihn die Besucher aber erst in fünf Jahren, wenn die Halle wieder geöffnet wird.

Nach den umgerechnet knapp 35 Millionen Euro teuren Umbauten werde die Ausstellung „vollkommen verändert“ sein, sagt Matthew Carrano, der Kurator der Dinosaurier-Ausstellung. Sie werde die fossilen Dinosaurier, Mammuts und andere prähistorische Vertreter auf eine „dramatische und aufregende Art“ zeigen, verspricht Carrano. So soll ein gewundener Weg die Besucher durch die frühe Erdgeschichte führen. „Wir wollen, dass es mehr ist als ein Kuriositäten-Kabinett.“

Während der langen Renovierungsphase soll eine temporäre Ausstellung in der Lobby des Museums Fossilien von Dinosauriern zeigen, die in den Vereinigten Staaten gefunden wurden. Dennoch wird es besonders für jüngere Dino-Fans eine lange Durststrecke werden. Und nicht nur sie werden die Ausstellung vermissen.

„Es wird traumatisch für mich“, sagte Museumsdirektor und Fossilien-Experte Kirk Johnson der „Washington Post“. Dennoch: „Diese fünf Jahre werden verfliegen.“ Und angesichts der Millionen von Jahren, welche die Fossilien schon überdauert haben, ist das wirklich nur eine kurze Zeitspanne.

dpa

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