Alte These widerlegt

Geparden laufen doch nicht heiß

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Geparden beenden ihre Verfolgungsjagden meist nach rund 300 Metern – auch ohne die angenomme Überhitzung.

London - Südafrikanische Forscher haben die These widerlegt, dass die Körpertemperatur sprintender Geparden stark steigt. Sie erhöht sich demnach vermutlich viel eher durch den psychologischen Stress, den die Tiere aus Angst um ihre erlegte Beute nach der Jagd haben.

Geparden brechen ihre blitzschnellen Jagden nicht ab, weil ihnen bei der plötzlichen Anstrengung zu heiß wird. Diese Erklärung, die über Jahrzehnte von Safari-Führern und Lehrbüchern verbreitet wurde, gehöre ins Reich der Legende, berichten südafrikanische Forscher in den britischen „Biology Letters“. Die Körpertemperatur erhitze sich jedoch nach der Jagd. Die frühere Ansicht stütze sich auf eine einzige Studie, und diese spiegele nicht die Bedingungen einer richtigen Jagd wider schreiben Robyn Hetem und Kollegen von der University of the Witwatersrand in Südafrika. Stattdessen hätten die Forscher die Körpertemperatur zahmer Geparden in einem Laufrad gemessen und daraus auf eine kritische Überhitzung von über 40 Grad unter den Bedingungen einer Jagd in der offenen Savanne geschlossen.

Hetem und seine Mitarbeiter implantierten dagegen sechs freilebenden Geparden kleine Messgeräte unter die Haut. Diese registrierten die Körpertemperatur jede Minute. Andere Geräte maßen die Aktivität der Tiere in Fünf-Minuten-Intervallen. Die Ergebnisse zeigten, dass die Temperatur der Tiere während ihrer Sprints bei der Verfolgung ihrer Beute kaum zunahm und im Bereich der normalen täglichen Schwankungen blieb. Auch ohne die angenommene starke Überhitzung beendeten die Tiere ihre Verfolgungsjagd meist nach etwa 300 Metern.

Der Erfolg der Jagd ließ dagegen überraschenderweise die Temperatur der Tiere ansteigen, fanden die Forscher, und zwar mit 1,3 Grad auf mehr als das doppelte als bei einer erfolglosen Jagd - und das bei gleicher Anstrengung. Auch nach der Jagd blieb die Temperatur erhöht, manchmal bis zu einem Tag lang. Der Grund dafür könnte eine Folge von Stress sein, glauben die Forscher, zunächst durch die erfolgreiche Jagd, schließlich aber auch durch das wachsame Ausschauen nach Konkurrenten wie Löwen und Hyänen, die dem erfolgreichen Geparden die Beute wieder streitig machen könnten.

dpa

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