Übungen für Sanitäter

Gericht entscheidet über Tierversuche an lebenden Schweinen

+
Um Sanitäter zu schulen, will eine Firma aus Thüringen Schweine schwer verletzen und töten.

Gera - Tierquälerei oder notwendiges Übel? Das Verwaltungsgericht Gera entscheidet, ob eine Firma in Thüringen für Trainingszwecke Schweine schwer verletzen und anschließend töten darf.

Um Sanitäter für ihren Einsatz in Kriegsgebieten zu schulen, will eine Firma mit Niederlassung im thüringischen Ronneburg Schweinen unter Narkose schwere Hieb- und Stichverletzungen verpassen. Das wurde ihr zwar vom Land aus Tierschutzgründen untersagt. Doch dagegen wehrt sich das Unternehmen vor Gericht. Das Verwaltungsgericht Gera will über den Fall an diesem Dienstag (2. Oktober) entscheiden. Dabei geht es nach Angaben von Gerichtssprecher Bernd Amelung vor allem darum, ob es Alternativen zu dem Training an lebenden Schweinen gibt. Dazu sollen Sachverständige gehört werden.

Das Unternehmen sieht diese Übungen als notwendig an, um Sanitäter an lebenden Objekten zu schulen - etwa um zu lernen, typische Kriegsverletzungen realitätsgerecht zu versorgen. Dazu gehöre etwa, eine aktive Blutung mit Venenklemmen zu schließen. Die Tiere werden nach diesen Experimenten getötet. Die Firma Deployment Medicine International arbeitet für das US-Militär und bereitet Soldaten für den Einsatz in Kriegs- und Katastrophengebieten vor.

Tierschützer wie die Organisation Peta kritisieren solche Übungen. Ihren Angaben zufolge hat die Firma allein in den USA von 2001 bis 2010 fast 15.000 Schweine auf diese Weise verstümmelt und getötet. Die Tierschützer beanstanden, dass den Schweinen dabei Löcher in Brust und Gliedmaßen geschnitten, Blutgefäße durchtrennt und ihnen ins Herz gestochen werde. Peta hatte in der Vergangenheit an die Behörden appelliert, solche Trauma-Übungen an Tieren nicht zu genehmigen.

dpa

Kommentare